Hämorrhoiden

Definition

Hämorrhoiden, arteriovenöse Gefäßpolster, die ringförmig unter der Enddarmschleimhaut angelegt sind und dem Feinverschluss des Afters dienen, sind bei jedem Menschen vorhanden. Ist dieses  Gefäßgeflecht jedoch vergrößert oder tiefer getreten und stellen sich Beschwerden ein, so liegt ein Hämorrhoidalleiden vor, welches im allgemeinen Sprachgebrauch mit "Hämorrhoiden" tituliert wird.

Die in westlichen Industrieländern weit verbreitete Erkrankung tritt bei Männern und Frauen gleichermaßen auf. Experten sprechen von bis zu 80% erwachsener Betroffener. In der Regel treten die ersten Beschwerden zwischen dem 45 und 65 Lebensjahr auf. Die Ursachen sind noch nicht vollständig aufgedeckt. Diskutiert werden fehlerhafte Ernährung, gestörtes Defäkationsverhalten, Bindegewebsschwäche, Druckerhöhung im Schließmuskel oder eine Abflussstörung.  Adipositas und überwiegend sitzende Tätigkeiten wirken sich begünstigend auf das Hämorrhoidalleiden aus.

Die Erkrankung wird in vier Stadien eingeteilt:

  1. Die Hämorrhoiden können nur proktoskopisch dargestellt werden und sind voll reversibel.
  2. Die Knoten fallen beim Pressen in den Analkanal vor, retrahieren aber spontan wieder.
  3. Nach dem Stuhlgang ziehen sich die Hämorrhoiden nicht mehr von selbst zurück, eine Reposition ist aber möglich.
  4. Analprolaps ohne Möglichkeit der Reposition
Symptomatik

Typische Beschwerden sind anale Blutungen und anales Nässen, Juckreiz, Stuhlschmieren und analer Gewebeprolaps.

Untersuchung

Nach einer Anamnese erfolgt eine visuelle Inspektion des Perineums. 

Zum Ausschluss anderer proktologischer Erkrankungen kann eine Rektoskopie und bei Tumorverdacht eine Koloskopie durchgeführt werden.

Für die Differentialdiagnostik und zur Vorbereitung einer Operation kommt die Sonografie zum Einsatz.

Differenzialdiagnostik
  • Analabszess/Analfistel
  • Analekzem
  • Analpapillen (Analfibrom)
  • Analfissur
  • Marisken
  • Perianalthrombose
  • Pruritus ani
  • Rektumprolaps
  • Karzinomerkrankung
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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Basistherapie:

  • Ernährungsberatung /-umstellung
  • Gewichtsreduktion
  • Sport
  • Hämorrhoidalia
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Invasive und Interventionelle Therapie

Ambulante Therapie:

  • Sklerosierung
  • Infrarotbehandlung
  • Kryohämorrhoidektomie
  • Gummibandligatur

Klassische Operationstechniken:

  • Offene Hämorrhoidektomie
  • Geschlossene Hämorrhoidektomie
  • Submuköse Hämorrhoidektomie
  • Rekonstruktive Hämorrhoidektomie
  • Supraanodermale Hämorrhoidektomie

Neue Operationsverfahren:

  • Stapler-Hämorrhoidopexie nach Longo
  • Dopplergesteuerte Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (HAL)
  • Transanale Hämorrhoidal-Arterien-Ligatur (THD)
  • Minimal-invasive, subanodermale submuköse Hämorrhoidoplastie (MISSH)
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Leitlinien

Leitlinie wird zur Zeit überarbeitet. Letzter Stand 07/2008:

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK):
Hämorrhoidalleiden

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