Unbemerkte Coronainfektion Antikörpertest und eine Impfung reichen als Nachweis

Gesundheitspolitik Autor: Isabel Aulehla

Die durch das neue Verfahren eingesparten Impfdosen können an anderer Stelle eingesetzt werden. Die durch das neue Verfahren eingesparten Impfdosen können an anderer Stelle eingesetzt werden. © e-salamander – stock.adobe.com

Bislang wurden auch Menschen gegen COVID-19 geimpft, die sich bereits unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert hatten. Eine neue Regel soll dies in Zukunft verhindern.

Für Personen, die sich im Verlauf der Pandemie bereits unbemerkt mit SARS-CoV-2 infiziert haben, soll künftig eine Impfung als Nachweis für einen vollständigen Impfschutz ausreichen. Dies erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kürzlich gegenüber Medien. Ob tatsächlich eine Infektion vorlag, soll demnach mittels eines Antikörpertests festgestellt werden. Versicherte, die Interesse haben, müssen diesen jedoch selbst bezahlen. Die Kosten liegen zwischen 20 und 25 Euro.

Für einen „Genesen“-Status, bei dem keine Impfung erforderlich ist, reicht der Antikörpertest nicht. Hierfür wird weiterhin ein positiver PCR-Test benötigt.

Die neue Regel folgt einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission vom Juli und soll in Kürze auf der Website des Paul-Ehrlich-Instituts bekannt gegeben werden. Die Impfverordnung muss offenbar nicht angepasst werden.

Der Berufsverband Deutscher Laborärzte begrüßt die Entscheidung. „Antikörpertests senken die Impf-Hürden“, erklärte der Vorsitzende Dr. Andreas Bobrowski. „Der nun überschüssige Impfstoff kann und muss in den Teilen der Welt eingesetzt werden, wo er knapp ist, damit die Pandemie möglichst schnell zu Ende geht.“ Der Verband hofft, dass der Antikörpertest im EBM verankert wird.

Wie viele Menschen sich unbemerkt mit dem Coronavirus infiziert haben, ist unbekannt. Forscher der Universitätsmedizin Mainz veröffentlichten im Juli allerdings Ergebnisse der „Gutenberg-COVID-19-Stude“, die nahelagen, dass 42 % der Betroffenen nichts von ihrer Infektion wussten.

Medical-Tribune-Bericht