Leicht verdaulich – Der GastroPodcast


In dieser Podcast-Serie kommen Expert*innen der Gastroenterologie zu Wort, um aktuelle Themen und spannende Entwicklungen leicht verdaulich für Sie aufzuarbeiten. Dabei gibt es praxisnahe Einblicke in verschiedene gastroenterologische Krankheitsbilder von der Speiseröhre bis zum Dickdarm, deren Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten.


Folge 2

Eosinophile Ösophagitis und Asthma – Gemeinsamkeiten und Unterschiede (Teil 1 & 2)


Auf den ersten Blick haben eosinophile Ösophagitis, kurz EoE, und Asthma bronchiale wenig miteinander zu tun. Es lohnt sich jedoch genauer hinzuschauen. Nicht umsonst wird die EoE auch als „Asthma der Speiseröhre“ bezeichnet.

Asthma ist ein altbekanntes Krankheitsbild, die EoE hingegen wurde erstmals Ende 1989 beschrieben. Während Patientinnen und Patienten mit Asthma über Husten und Atemnot klagen, stehen bei der EoE Schluckstörungen im Vordergrund: feste Nahrungsbestandteile können im Extremfall stundenlang in der Speiseröhre steckenbleiben. Zahlreiche Parallelen in der Pathophysiologie haben dazu geführt, die Erfahrungen mit lokal wirksamen Kortikosteroiden beim Asthma auch bei der Entzündung der Speiseröhre zu nutzen. Klinische Studien haben mittlerweile die sehr gute Wirksamkeit topischer Kortikosteroide bei der EoE bestätigt - bei gleichzeitig gutem Sicherheitsprofil.

Der Gastroenterologe Prof. Alex Straumann und der Pneumologe Dr. Justus De Zeeuw beantworten in diesem Podcast Fragen zu den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen EoE und Asthma und tauschen sich über Erfahrungen zur Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Langzeittherapie mit topischen Kortikosteroiden aus. Prof. Alex Straumann ist einer der Erstbeschreiber der EoE, hat über 200 wissenschaftliche Publikationen zu diesem Krankheitsbild verfasst und leitet die EoE-Sprechstunde an der Universitätsklinik Zürich. Dr. Justus De Zeeuw leitet eine große pneumologische Facharztpraxis in Köln und betreut zahlreiche Patientinnen und Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen.


Folge 1

Neue Leitlinie zu Refluxkrankheit und eosinophiler Ösophagitis


Die Leitlinie zu Refluxkrankheit und eosinophiler Ösophagitis wurde überarbeitet. Als eine von vielen Neuerungen ist der Einsatz von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) zur Behandlung der säurebedingten erosiven Refluxösophagitis neu bewertet worden, weil PPIs bei etwa einem Drittel der Patientinnen und Patienten nicht ausreichend wirksam sind. Als mögliche Ursachen kommen zum Beispiel ein nicht-saurer Reflux oder auch die eosinophile Ösophagitis (EoE) in Frage.

Die EoE ist eine Entzündung der Speiseröhre, deren Pathomechanismus viele Parallelen zu allergischen Erkrankungen aufweist. Die Erkrankung ist chronisch und kann Erwachsene und Kinder betreffen. Häufigstes Symptom bei erwachsenen Betroffenen sind Schluckstörungen. Die Krankheit schreitet unbehandelt voran. Daher ist die deutlich verzögerte Diagnose, die aktuell häufig stattfindet, ein großes Problem.  Algorithmen in den überarbeiteten Leitlinien sind hilfreich bei der Diagnosesicherung und der Therapieentscheidung. Die Leitlinien empfehlen als Therapie der EoE insbesondere topische Kortikosteroide.

Die Gastroenterologen Prof. Joachim Labenz und Prof. Stephan Miehlke beantworten in diesem Podcast Fragen zu den neuen Leitlinien zur Refluxkrankheit und eosinophiler Ösophagitis und beschreiben die Umsetzung der Leitlinien in der täglichen Praxis. Prof. Joachim Labenz ist Direktor der Abteilung Innere Medizin am Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen und Prof. Stephan Miehlke leitet das Magen-Darm-Zentrum im Facharztzentrum Hamburg-Eppendorf. Beide Experten sind federführend an der Entwicklung der neuen Leitlinien beteiligt gewesen.