Diarrhoe

Definition

Durchfall - ein Symptom vieler Erkrankungen und keine eigenständige Erkrankung - wird durch die Stuhlfrequenz und -beschaffenheit bestimmt. Bei mehr als drei Entleerungen flüssigen Stuhls pro Tag, der meistens auch von Volumen und Gewicht erhöht ist, spricht man von einer Diarrhoe.

Bei starkem Durchfall verliert der Körper große Mengen Wasser, Salze und Verdauungssäfte über den Darm. Wird dieser Verlust nicht ausgeglichen, besteht die Gefahr einer Dehydratation.

Unterschieden wird die akute Diarrhoe, mit einer Dauer von maximal zwei bis drei Wochen, von der chronischen Diarrhoe. Während die Beschwerden der akuten Erkrankung meist infektiöse oder toxische Ursachen hat, kommen für die chronische viele Auslösert, wie z. B. Nahrungsmittelintoleranzen, chronische Darmerkrankungen oder Tumoren, in Frage.

 

Formen PathomechanismusUrsachen
Osmotische DiarrhoeBei Malabsorption und Maldigestion wirken die unverdauten Nahrungsbestandteile osmotisch und ziehen so Wasser in das DarmlumenZöliakie, Pankreasinsuffizienz, Fructoseintoleranz
Sekretorische Diarrhoe Es fehlt die Sekretion oder Resorption der Elektrolyte, wodurch es zu einer Bindung an Wasser kommt chronisch-entzündliche Darmerkrankungen,  Abführmittel, Vergiftungen
Exsudative Diarrhoe Eine Entzündung der Darmschleimhaut bedingt die Beimischung von Blut oder SchleimBakterien, Parasiten, Kolonkarzinom, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
Hypermotile Diarrhoe Eine erhöhte Motilität verhindert die FlüssigkeitsaufnahmeReizdarmsyndrom, Hyperthyreose, diabetische Polyneuropathie
Symptomatik

Egal ob Luxusdampfer­ in der Karibik oder Backpacking in Thailand – die Gefahr einer Reise­diarrhö besteht überall in den Tropen. Meist ist der...

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Untersuchung

Neben einer Anamnese, Palpation und Auskultation gehört zu der Basisuntersuchung auch ein Labor des Stuhls. Eine digital-rektale Untersuchung kann ebenfalls indiziert sein.

Je nach Verdacht können weitere Verfahren wie Sonographie, Endoskopie oder Funktionstests die Diagnose erleichtern.

Blutiger Durchfall, Fieber und Unwohlsein: Damit kommt die 18-Jährige in Nicaragua in die Klinik. Als neurologische Symptome auftreten, wird sie nach...

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Labor

Stuhluntersuchung

  • pathogene Keime, einschließlich Rota- und Noroviren
  • Elastase
  • Endomysium-Antikörper
  • Transglutaminase-Antikörper

24-Stunden-Urin

  • 5-Hydroxyindolessigsäure
Differenzialdiagnostik

Ein Überschuss von Gallensäuren im Dickdarm führt zu einer Hypersekretion, also zur Diarrhö. Bei vielen Patienten wird die Diagnose erst nach Jahren...

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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie

Die Therapie ist abhängig von der auslösenden Ursache. Eine medikamentöse Behandung ist bei einer unkomplizierter Diarrhoe nicht zwingend notwendig. Allerdings sollte ein besonderes Augenmerk auf den Wasser- und Elektrolytverlust gelegt und dieser gegebenenfalls ausgeglichen werden.

Medikamentös kann eine Diarrhoe vor allem mit dem Opioid Loperamid oder dem Enkephalinaseinhibitor Racecadotril behandelt werden. Hier sollten mögliche Kontraindikationen beachtet werden. Phytotherapeutika sind vor allem bei Ursachen wie dem Reizdarmsyndrom sinnvoll.

Bei jedem Patienten mit infektiöser Diarrhö den Stuhl auf Erreger untersuchen – das wäre medizinisch sinnlos. Zwei Darmspezialisten erläutern, welche...

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Bezlotoxumab ist eine neue Option für Risikopatienten mit rezidivierenden Clostridium-difficile-Infektionen. Der Antikörper bindet Toxin B und kann...

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Leitlinien

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM):
Durchfall, akut

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS):
Gastrointestinale Infektionen und Morbus Whipple

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