HRT unter oraler Koagulation möglich?

Frage von Dr. Christof Rautenberg, Internist, Kötzting:
Eine Patientin, Jahrgang 1948, erlitt nach einem Bänderriss im Sprunggelenk außen vor vier Jahren eine phlebographisch festgestellte Unterschenkelthrombose. Sie wurde für ein halbes Jahr marcumarisiert. Es besteht kein postthrombotisches Syndrom. Vor etwa einem Vierteljahr entwickelte die Patientin massive klimakterische Ausfallserscheinungen (organisch und psychisch). Der Gynäkologe substituierte die Patientin mit einer kontinuierlich kombinierten Estrogen-Gestagen-Therapie. Unter der Hormonersatztherapie trat jetzt eine Rezidivthrombose mit Befall eines Astes des tiefen Venensystems im distalen Unterschenkeldrittel auf. Ist unter Marcumarschutz für die nächsten Jahre eine orale Hormonsubstitution sinnvoll? Oder sind Phytotherapeutika eine Alternative?

Antwort von Professor Dr. Ludwig Wilhelm Braendle, Universitäts-Frauenklinik, Hamburg:
Unter einer Estrogen- oder Estrogen-Gestagen-Substitution ist - wie auch unter hormoneller Kontrazeption - die Inzidenz thromboembolischer Erkrankungen etwa um den Faktor 2 bis 3 erhöht. Auf Grund weiterer Studien, die sich auch mit der Ursache thromboembolischer Erkrankungen unter Ovulationshemmern befasst haben, ist anzunehmen, dass diese erhöhte Zahl an Thromboembolien darauf beruht, dass Thrombosen vornehmlich oder ausschließlich bei Patientinnen gehäuft vorkommen, die latente Thrombophilien aufweisen wie z.B. eine APC-Resistenz auf Grund einer Faktor-V-Leiden-Mutation. Derartige latente Thrombophilien...

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