Infektionsquelle XXL: Dicke sind länger ansteckend

Autor: Michael Brendler

Die Grippe verläuft bei Adipösen oft schwerer. © fotolia/osobystist

Ein hoher BMI fällt schon bei einer leichten Grippe negativ ins Gewicht. Mit Folgen nicht nur für die Kranken, denn sie setzten ihr Umfeld länger einem Infektionsrisiko aus.

Adipositas beeinträchtigt das Immunsystem und führt mit dem Alter zu einem chronischen Entzündungsstatus im Körper. Zusammen mit Atembeschwerden und dem erhöhten Sauerstoffbedarf könnte das bei einer Grippe-Infektion eine Rolle spielen – auch schon bei einem leichten Krankheitsverlauf.

Forscher werteten die Daten von 320 nicaraguanischen Haushalten aus, gesammelt während dreier Grippewellen im Zeitraum 2015–2017. Von den 1783 Personen – vom Baby bis zum 92 Jahre alten Greis – wurden durchschnittlich vier Abstriche genommen. Größe und Gewicht wurden ebenfalls dokumentiert. Beachtlich waren vor allem die Ergebnisse der Erwachsenen.

Mindestens jeder dritte hatte einen BMI oberhalb der Adipositasgrenze (≥ 30 kg/m²). Influenza-A-Viren setzten die Erwachsenen durchschnittlich fünf Tage außer Gefecht. Adipöse neigten zu schwereren Krankheitsver­läufen, zusätzlich erhöhte sich die Zeit, in der Personen ansteckend waren, im Vergleich zu Normalgewichtigen um 42 % (3,6 vs. 5,2 Tage).

Asymptomatische Fälle oder Patienten mit nur leichten Symptomen waren mitunter sogar doppelt so lange ansteckend. Bei Influenza-B-Viren sowie jüngeren Patienten (unter 17 Jahren) zeigten sich diese Zusammenhänge allerdings nicht.

Quelle: Maier HE et al. J Infect Dis. 2018; online first