Nach Schlaganfall die Pille erlauben?

Frage von Dipl.-Med. Edith Hensel,

 

Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe,

 

Schwarzenberg:
Ist es möglich, einer jetzt 20-jährigen Patientin bei Zustand nach Anlage eines zentralen aortopulmonalen Shunts 1994 wegen Pulmonalatresie mit Ventrikelseptumdefekt und Kleinhirninfarkt 1992 eine Pille zu verschreiben? Die Patientin stellte sich nicht wegen Verhütungsfragen bei mir vor, sondern wegen ausgeprägter Acne papulopustulosa (vom Hautarzt austherapiert) und mit Analgetika nicht zu beeinflussender Dysmenorrhoe. Von Seiten des behandelnden Internisten wurde das Risiko der Pilleneinnahme bzgl. des Herzvitiums als kalkulierbar eingeschätzt, zumal die wichtigsten Thrombophiliefaktoren keine Auffälligkeiten zeigen. Kann man dies auch auf den Hirninfarkt beziehen und eine Mikropille mit antiandrogener Komponente, wie z.B. Belara® oder Valette®, rezeptieren? Wie sieht es später bzgl. eines evtl. Kinderwunsches bei dieser Patientin aus? (Unserem Konsiliarius lagen die ausführlichen Krankenunterlagen der Patientin vor.)

Antwort von Professor Dr. Heinz G. Bohnet,

Arzt für Frauenheilkunde,

Hamburg:
Unter Berücksichtigung der internistischen Befunde und Berichte, insbesondere auch der Unikliniken, mag es vertretbar sein, einen niedrig dosierten Ovulationshemmer einzusetzen, zumal die Patientin offensichtlich nicht heparinisiert ist bzw. Cumarin erhält. Dennoch würde ich äußerst vorsichtig sein. Die Akne dieser jungen Patientin lässt sich sicherlich auch durch alleinige Gestagengabe günstig beeinflussen, welche das Thromboserisiko nicht erhöhen dürfte.

Vermutlich hat die Patientin immer wieder anovulatorische Zyklen. In diesen Fällen verabreiche ich gern ein Dragee Östro-Primolutxae über zwölf Tage, beginnend...

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