Wie gefährdet lebt sein Herz?

Frage von Dr. Ottmar Herfert,
Arzt für Allgemeinmedizin,
Stuttgart:

Ein 51jähriger Patient erlitt kürzlich einen Hinterwandinfarkt. Bis dahin unbemerkt hatte sich eine KHK entwickelt, die sich angiographisch in einer 2-Gefäß-Erkrankung der rechten Kranzarterie und des Ramus interventricularis manifestierte und mittels Dilatation und Stentimplantation behandelt wurde. Seine Hypertonie wird seit einem Jahr mit Norvasc® und Beloc-Zok® therapiert. Ein erhöhtes LDL-Cholesterin von 205 mg/dl konnte durch den Einsatz von Sortis® 20 auf 90 mg/dl gesenkt werden. Gleichzeitig bestehen ein niedriges HDL-Cholesterin von 35 mg/dl und Triglyzeride von 189 mg/dl. Der Patient raucht nicht, treibt unregelmäßig Sport und ist beruflich stark belastet. Die Familienanamnese ist positiv. Mütterlicherseits traten über zwei Generationen Herzinfarkte vor dem 65. Lebensjahr auf. Wie hoch ist das kardiale Risiko des Patienten? Wie sollte die Behandlung aussehen?

Antwort von Prof. Dr. Eberhard Windler,
Medizinische Klinik,
Universitäts-Krankenhaus Eppendorf,
Hamburg:

Bei der vorliegenden Lipidkonstellation, einem erhöhten Blutdruck und positiver Familienanamnese muß man in der Primärprävention von einem Risiko von 15 % pro acht Jahre ausgehen. Sobald sich eine KHK entwickelt und durch Angina bemerkbar macht, beträgt das Risiko 40 %. Deswegen kam der Herzinfarkt zwar für den Patienten überraschend, war aber aufgrund des Risikos mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwarten. Die Risikoabschätzungen gelten für die Primärprävention. Leider gibt es noch keine Berechnungsgrundlage für die Sekundärprävention. Aber das Schicksal der Plazebogruppen aus den großen...

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