Botulinumtoxin: Durchbruch in der Hernienchirurgie

Autor: Dr. Judith Lorenz

Prall gefüllt mit Darmschlingen sticht die 20 x 20 cm große Bauchwandhernie heraus (links). Zwei Wochen nach der Botulinumtoxin-Injektion ist die Hernie nahezu komplett retrahiert (Mitte). Intraoperativ zeigt sich das ganze Ausmaß des Bruchsacks (rechts). © Stern O, Mansfeld T. Hamburger Ärzteblatt 2017; 71: 30-31 © Hamburger Ärzteverlag, Hamburg.

Allein in Deutschland entwickeln rund 70 000 Patienten nach einer Bauch-OP eine Narbenhernie. Voraussetzung für eine erfolgreiche Versorgung ist der spannungsfreie Faszienverschluss. Um diesen zu gewährleisten, helfen bei großen Defekten Injektionen mit Botulinumtoxin.

Narbenhernien gelten mit einer Inzidenz von ca. 15 % als eine der häufigsten Komplikationen abdominalchirurgischer Eingriffe, schreiben Oliver Stern und Dr. Thomas Mansfeld, Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Asklepios Klinik Wandsbek. Ein inkompletter oder unter Spannung stehender Verschluss der Faszie sollte grundsätzlich nicht erfolgen, kommt bei mehr als 10 cm messenden Bauchwandbrüchen aber mitunter vor. In solchen Fällen drohen Rezidive und weitere Komplikationen.

Die chemische Komponentenrelaxation, also die Vorbehandlung des Patienten mit Botulinumtoxin A, ermöglicht auch bei ausgeprägten Hernien einen spannungsfreien primären Verschluss. Hierzu wird das Nervengift zwei...

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