Lärm: Erstmals Zusammenhang zwischen Krach und Vorhofflimmern gezeigt

Autor: Roland Müller-Waldeck / Dr. Anja Braunwarth

Lärmbelästigungen in der Nacht triggerten das Flimmern besonders stark. © fotolia/Elnur

In Sachen Lärm fühlt sich die Menschheit vor allem von Flugzeugen, Autos und den Nachbarn belästigt. „Dosisabhängig“ bringt der Krach das Herz aus dem Takt.

Ein Team der Mainzer Universitätsklinik untersuchte den Zusammenhang zwischen Lärmbelästigung und Vorhofflimmmern (VHF). Knapp 15 000 Teilnehmer der Gutenberg Health Study gaben Auskunft über Art und Grad der Störung. 18 % von ihnen litten an einem VHF. Damit lag die Prävalenz des Vorhofflimmerns in dieser Studie deutlich höher als bei vorhergehenden Untersuchungen. Die Forscher erklären das damit, dass die Daten dazu bisher ausschließlich retrospektiv erhoben wurden, während man nun initial gezielt danach forschte.

Generell fühlten sich 80 % durch Krach gestört, die Befragten klagten vor allem über Flug-, Auto- und Nachbarschaftslärm. Dabei ergab sich ein signifikanter Zusammenhang zu der Rhythmusstörung: je größer die Belästigung, umso deutlicher die Assoziation. Während die Prävalenz des VHF bei Lärm-Immunen 14,6 % betrug, kletterte sie bei Menschen, die sich extrem gestört fühlten, auf 23,4 %. Belastungen während der Nacht triggerten das Flimmern besonders stark.

Die Autoren betonen, dass die Studie wegen ihres Designs keine Kausalität belegt. In der Literatur ist die Verbindung zwischen psychosozialen Faktoren und Herzerkrankungen jedoch wiederholt gezeigt worden, sodass die Kollegen vorsichtig davon ausgehen, dass es auch beim Lärm eine gibt. 

Quelle: Hahad O et al. Int J Cardio 2018; 264: 79-84