Reizdarmsyndrom

Definition

Die Krankheit des Reizdarmsyndroms liegt vor, wenn folgende drei Punkte erfüllt sind:

1. Es bestehen chronische, d.h. länger als 3 Monate anhaltende Beschwerden (z.B. Bauchschmerzen, Blähungen), die von Patient und Arzt auf den Darm bezogen werden und in der Regel mit Stuhlgangsveränderungen einhergehen.

2. Die Beschwerden sollen begründen, dass der Patient deswegen Hilfe sucht und/oder sich sorgt und so stark sein, dass die Lebensqualität hierdurch relevant beeinträchtigt wird.

3. Voraussetzung ist, dass keine für andere Krankheitsbilder charakteristischen Veränderungen vorliegen, welche wahrscheinlich für diese Symptome verantwortlich sind.

 

Als mögliche Ursachen werden eine viszerale Hypersensitivität, Motilitätstörungen, Fehlsteuerungen des autonomen Nervensytems oder auch psychosomatische Störungen diskutiert. Das Reizdarmsyndrom ist eine sehr häufig vorkommende Erkrankung des Verdauungstraktes, an der 10 - 15 % der Bevölkerung leiden.

ICD10-Code: K58.0, K58.9 

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Symptomatik
  • Schmerzen und Unwohlsein im Bauchraum
  • Blähungen und Völlegefühl
  • Veränderung des Stuhlgangs (Obstipation, Diarrhoe)
  • andere Krankheitsbilder können ausgeschlossen werden
  • Blähungen
  • Gefühl der unvollständigen Darmentleerung
  • Beschwerden oft im Zusammenhang mit Mahlzeiten
  • Unverträglichkeit bestimmter Speisen
  • Neigung zu Kopfschmerzen
  • Rücken- und Gelenkbeschwerden
  • Schlafstörungen
  • Angststörungen
  • depressive Verstimmung
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Untersuchung
  • Anamnese
  • Abdominelle Palpation
  • Sonografie
  • Endoskopie
Labor
  • Blutbild: unauffällig
  • Entzündungsparameter: unauffällig
  • okkultes Blut im Stuhl: negativ
  • Calprotectin im Stuhl: negativ
Differenzialdiagnostik
  • Kolonkarzinom
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankung
  • Magenkarzinom
  • Magengeschwür
  • Lebererkrankung
  • Zöliakie
  • Allergien
  • Laktoseintoleranz
  • Fruktosemalabsorption
  • Dünndarmfehlbesiedlung
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Pharmakotherapie und nichtinvasive Therapie
  • FODMAP-reduzierte Diät
  • Zufuhr von Ballaststoffen
  • Zufuhr von Beta-Glucan
  • Phytopharmaka
  • Spasmolytika
  • Alosetron
  • Trizyklische Antidepressiva
  • SSRI
  • Probiotika
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Invasive und Interventionelle Therapie
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Leitlinien

Leitlinie ist gerade in Überarbeitung, letzter Stand ist hier abrufbar:

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS):
S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie

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