Post-Infarkt-Management Betablocker nach Infarkt ohne Überlebensvorteil
Der routinemäßige Einsatz von Betablockern nach Myokardinfarkt vermag die Mortalität möglicherweise doch nicht zu senken.
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Der routinemäßige Einsatz von Betablockern nach Myokardinfarkt vermag die Mortalität möglicherweise doch nicht zu senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie, die unter Alltagsbedingungen durchgeführt wurde. Untersucht wurden die Daten von 2.308 Teilnehmenden aus einer Patientenkohorte der Jahre 1999 bis 2018. Primärer Endpunkt war die Sterblichkeit jeglicher Ursache. Nach einem medianen Follow-up von 84,6 Monaten ergab die nicht adjustierte Analyse zunächst einen signifikanten protektiven Effekt der Betablocker (Hazard Ratio, HR, 0,81). Aber nach multivariabler Prüfung auf demografische, klinische und sozioökonomische Faktoren ließ sich mit einer HR von 1,04 kein Einfluss auf die Überlebenschancen mehr nachweisen, ebenso wenig nach Propensity-Score-Matching, inverser Wahrscheinlichkeitsgewichtung und Adjustierung der Resultate auf alle erfassten Störfaktoren.
Individuell über Einsatz von Betablockern entscheiden
Betablocker scheinen zumindest eingebettet in die aktuelle Infarkttherapie keinen zusätzlichen Effekt zu erzielen. Der langfristige Einsatz sollte sich daher nach der individuellen Situation der Erkrankten richten, rät das Autorenteam. Dies gilt insbesondere für Patientinnen und Patienten mit erhaltener Ejektionsfraktion.
Ling W et al. Open Heart 2025; 12: e003757; doi: 10.1136/openhrt-2025-003757