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Fehlbildungen Metformin stört Genitale

Autor: Prof. Dr. Lutz Heinemann

Der männliche Nachwuchs war besonders gefährdet, einen genitalen Defekt zu entwickeln. Der männliche Nachwuchs war besonders gefährdet, einen genitalen Defekt zu entwickeln. © iStock/ natatravel
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Immer mehr Erwachsene erkranken früh an Diabetes und einige Medikationen wirken sich auch auf das männliche Reproduktionssystem aus. Könnte das zu Geburtsfehlern führen?

Eine laufende Metformintherapie des Vaters zum Zeitpunkt der Zeugung erhöht das Risiko für Fehlbildungen beim Nachwuchs. Das fand ein Team um Dr. Maarten Wensink, University of Southern Denmark, in einer retrospektiven Studie mit 1.116.779 zwischen 1997 und 2016 Geborenen heraus. Inkludiert wurden dabei nur  Kinder, deren Mütter nicht an Diabetes oder Bluthochdruck gelitten hatten.

3,3 % der Babys kamen mit mindestens einem Geburtsfehler zur Welt. Die Kinder, die von Vätern mit einer laufenden Metformintherapie (n = 1.451) gezeugt worden war, wies ein erhöhtes Risiko auf (Odds Ratio 1,40). Der männliche Nachwuchs war besonders gefährdet, einen genitalen Defekt zu entwickeln (OR 3,39). Zudem kamen in der Gruppe insgesamt weniger Jungen zur Welt (49,4 % vs. 51,4 %).

Gegenüber Geschwistern, die nicht während einer Therapie mit dem Antidiabetikum gezeugt worden waren, lang das Risiko für Fehlbildungen der „Metformin-Kinder“ bei 54 %. Fiel der Zeitpunkt der Metformineinnahme dagegen auf ein Jahr vor oder nach der Empfängnis und nicht genau darauf, war das Risiko für Defekte auf einem normalen Level (OR 0,88 bzw. 0,92). Insulin hatte in der Studie keinen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Nachwuchses.

Quelle: Wensink MJ et al. Ann Intern Med 2022; DOI: 10.7326/M21-4389

 

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