Schuppenflechte begünstigt Tumorerkrankungen

Autor: Dr. Susanne Gallus

Das Krebsrisiko bei Patienten mit Psoriasis ist erhöht – unabhängig vom Schweregrad dieser. © Егор Кулинич – stock.adobe.com

Psoriasis­patienten entwickeln häufiger Tumoren. Bei schwerer Hautkrankheit ist zudem das Krebs­sterberisiko erhöht.

Verglichen mit Personen ohne die Autoimmunkrankheit haben Psoriasis-Patienten ein um 18 % erhöhtes Krebsrisiko. Das fanden Wissenschaftler nach Auswertung von 58 Beobachtungsstudien. Besonders betroffen sind Mundhöhle und Gastrointestinaltrakt, Nieren und lymphatische Zellen sowie die Haut.

Zwar machte der Schweregrad der Psoriasiserkrankung beim generellen Krebsrisiko keinen großen Unterschied (22 % bei schwerer Psoriasis). Im Vergleich zu Kontrollpersonen ohne Psoriasis hatten aber nur Patienten mit schwerer Schuppenflechte ein um 22 % höheres Krebssterberisiko. Besonders hoch ist diese Gefahr beim Ösophagus- (153 %), Leber- (43 %) und Pankreas­krebs (31 %).

Ist chronische Entzündung für Krebs verantwortlich?

Gründe für das erhöhte Krebsrisiko klärte die Studie nicht. Ursächlich sein könnte die entzündliche Natur der chronischen Hautkrankheit, schreiben die Autoren, und das erhöhte Hautkrebsrisiko könnte aus der Lichttherapie resultieren. Ob Immunsuppressiva oder Biologika eine Rolle spielen, sei ebenfalls unklar.

Quelle: Trafford AM et al. JAMA Dermatol 2019; DOI: 10.1001/jamadermatol.2019.3056