Blutdruck: Wie oft kontrollierenl? Seltenere häusliche Blutdruckmessung reicht oft aus
Monatliche häusliche Blutdruckkontrollen bringen bei guten Werten und stabiler Medikation kaum Vorteile.
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Kann es unter Umständen ausreichen, einen gut eingestellten Blutdruck nur einmal im Jahr zu kontrollieren? In einer Metaanalyse aus zwei Studien mit insgesamt 814 Teilnehmenden veränderten sich die monatlichen Messwerte nur geringfügig. Bei stabiler Medikation und einem Blutdruck ≤ 135/85 mmHg ergaben häufige Heimkontrollen keinen Zusatznutzen für Patientinnen und Patienten. Sie erhöhten im Gegenteil das Risiko für Schwankungen und falsch-positive Ergebnisse, wie ein Team um Dr. Frances Rose der Universität Oxford erklärt.
Der systolische Druck veränderte sich in den beiden Studien monatlich im Mittel nur um -0,1 und -0,2 mmHg. Die intraindividuellen Messungen konnten dagegen jeden Monat um rund 5 mmHg schwanken. Bei einem systolischen Ausgangswert von 130 mmHg bestand eine 18%ige Chance, dass der Druck nach sechs Monaten den Schwellenwert von 135 mmHg überstieg. Es handelte sich aber nur in jedem vierten Fall um einen tatsächlichen Anstieg. Erst nach zwölf Monaten überwog die Wahrscheinlichkeit, durch die Kontrolle eine wirkliche Blutdruckerhöhung aufzudecken, gegenüber dem Risiko eines falsch positiven Ergebnisses.
Die Wahrscheinlichkeit für ein Überschreiten des Grenzwertes betrug dann 26 % – 17 % für einen richtig positiven und 9 % für einen falsch positiven Messwert. Für stabil eingestellte Patientinnen und Patienten mit einem Blutdruck deutlich unterhalb des Zielwertes könnte eine Messfrequenz von zwölf Monaten sinnvoll sein, schließen die Forschenden. Wenn der Druck nahe der therapeutischen Schwelle liegt, sollte aber eine häufigere Heimmessung erwogen werden.
Quelle: Rose F et al. J Hypertens 2025; doi: 10.1097/HJH.0000000000004123