Darf sie Hormone bekommen?

Frage von Dr. W. D. Thomas Hemsing
Internist
Lindau:

Meine 57jährige Patientin wurde im Dezember 1994 wegen eines Mammakarzinoms rechts operiert. Danach erfolgte eine Chemotherapie mit Cyclophosphamid, Methotrexat und 5-Fluorouracil. Jetzt leidet die Patientin unter klimakterischen Beschwerden, diffusem Haarausfall, starken Hitzewallungen und depressiven Verstimmungen. Das Karzinom der Frau war Rezeptor-positiv. Darf man ihr Östrogene lokal oder systemisch verordnen? Ist die gleichzeitige Gabe von Östrogen-Gestagen-Kombinationen systemisch zu verantworten?

Antwort von Prof. Dr. Thomas von Holst
Universitäts-Frauenklinik
Heidelberg:

Das Rezeptor-positive Mammakarzinom gilt als Kontraindikation für eine Hormontherapie. Nach den Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft "Hormontherapie in der Postmenopause nach Mammakarzinom" von 1990 ist eine kombinierte Östrogen-Gestagen-Therapie nach fünf Jahren Rezidivfreiheit möglich, Ihre Patientin hätte diesen Termin im Dezember erreicht. Es mehren sich jedoch die Hinweise, daß sich die Prognose nach Rezeptor-positivem Mammakarzinom unter einer Hormontherapie nicht verschlechtert.

Die von Eden et al. publizierten Daten zeigen sogar einen günstigeren Verlauf unter den hormonbehandelten Frauen als beim...

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