E-Zigaretten-Werbung verführt Schüler

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Anzeigen erhöhten die Gefahr, dass die Kinder undJugendlichen zu rauchen begannen. Anzeigen erhöhten die Gefahr, dass die Kinder undJugendlichen zu rauchen begannen. © iStock/property of Naveen Asaithambi

Vor allem bei Jugendlichen gelten E-Zigaretten und Shishas als cool. Kein Wunder, dass die Hersteller bei ihnen eine beachtliche Zielgruppe sehen und ihre Werbung auf sie abstimmen – womit sie durchaus erfolgreich sind.

Bei Kindern und Jugendlichen kommen E-Zigaretten gut an. Da ist es kein Wunder, dass die Hersteller ihre Werbung auch auf diese Zielgruppe abstimmen. Dass sie damit erfolgreich sind, hat ein Team um Dr. Julia Hansen vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel gezeigt. Die Wissenschaftler hatten mehr als 4500 Jugendliche von weiterführenden Schulen im Abstand von einem Jahr befragt. Das Durchschnittsalter der Schüler betrug 12,5 Jahre.

Ein Jahr später öfter Shishas und (E-)Zigaretten probiert

Bei einem ersten Gespräch zeigten die Studienautoren den Jungen und Mädchen Anzeigen für E-Zigaretten aus zwei Fernseh- und einer Internet-Kampagne und fragten sie, wie oft sie diese schon gesehen hatten. Mehr als ein Drittel der Befragten erinnerte sich an mindestens eine Werbung. Außerdem fragten die Ärzte die Schüler, wie oft sie bisher elektronische Zigaretten, herkömmliche Tabakprodukte oder Wasserpfeife geraucht hatten.

Ein Jahr später, beim zweiten Interviewtermin, zeigte sich, dass etwa jeder siebte Schüler, der zu Beginn der Untersuchung noch nie geraucht oder gedampft hatte, E-Zigaretten probiert hatte. Gut jeder zehnte der ehemaligen Nichtraucher hatte in den vergangenen zwölf Monaten Bekanntschaft mit Tabakzigaretten oder Shishas gemacht.

Die Wissenschaftler konnten einen Zusammenhang zwischen der Werbung für die Produkte und dem Beginn des schädigenden Verhaltens herstellen. Demnach erhöhten die Anzeigen die Gefahr, dass die Kinder und Jugendlichen zu rauchen begannen, um gut ein Drittel für E-Zigaretten (Odds Ratio 1,37), um knapp die Hälfte für herkömmliche Tabakerzeugnisse (OR 1,44) und um nahezu das Doppelte für Shishas (OR 1,82).

Quelle: Hansen J et al. Addict Behav 2020; 103: 106243; DOI: 10.1016/j.addbeh.2019.106243