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Neurodermitis bei Kindern Eltern haben nicht selten Schuldgefühle

Autor: Sabine Mattes

Viele Eltern, die selbst an Neurodermitis leiden, fühlen sich schlecht, da sie davon ausgehen, die Krankheit an ihr Kind vererbt zu haben. Viele Eltern, die selbst an Neurodermitis leiden, fühlen sich schlecht, da sie davon ausgehen, die Krankheit an ihr Kind vererbt zu haben. © Elroi – stock.adobe.com
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Eltern von Kindern mit einer Neurodermitis leiden nicht nur mit den Kleinen, sondern fühlen sich zudem in vielen Fällen noch verantwortlich für die Erkrankung. Das gilt vor allem, wenn sie selbst betroffen sind.

Kinder mit atopischer Dermatitis haben es nicht leicht – ihre Eltern auch nicht. Laut einer französischen Studie werden viele von Schuldgefühlen geplagt. Rund ein Viertel der über tausend befragten Eltern in der Studie gab an, sich „schuldig“ in Bezug auf die Erkrankung ihres Kindes zu fühlen. Die Einschätzung stand in positiver Verbindung zur Schwere der Symptome.

Wer war Schuld an der Allergenexposition?

Diese wurden über den Patient Oriented Eczema Measure Index (POEM)* sowie über eine Selbst­evaluierung der Kinder und ihrer Bezugspersonen bewertet. Die Erwachsenen stellen sich und ihre Fähigkeit zu helfen infrage, vermuten die Wissenschaftler als einen der Gründe für diesen Zusammenhang. Sie sind unsicher, ob sie genug tun, und fühlen sich vielleicht sogar schuldig, wenn sie selbst gesund sind oder dass sie die Kinder Allergenen ausgesetzt haben.

Das Ergebnis wurde ebenfalls davon beeinflusst, ob die Studienteilnehmer selbst unter einer atopischen Dermatitis litten oder noch leiden, schreiben Dr. Anne Bursztejn, CHU de Nancy-Hôpiteaux de Brabois, und Kollegen. In dem Bewusstsein, die Krankheit möglicherweise an ihr Kind „weitergegeben“ zu haben, sehen die Forscher eine der Hauptursachen für das schlechte Gewissen der Eltern. Auch der Glaube der Befragten, ihre anderen Kinder im Vergleich zu vernachlässigen, verstärkte die negativen Gefühle.

Um die Thematik aufzuarbeiten, bedarf es zunächst einer empathischen Kommunikation zwischen Arzt und Eltern. Weitere Möglichkeiten könnten sich durch eine Therapie bieten, wie sie beispielsweise Betreuungspersonen von Kindern mit genetischen Defekten angeboten wird.

* Fagebogenbasierter Index für die Sym­ptom­schwere der Neurodermitis. Die Skala reicht von 0 „keine/fast keine Beschwerden“ bis 28 „sehr starke Beschwerden“.

Quelle: Bursztejn AC et al. J Eur Acad Dermatol Venereol 2021; DOI: 10.1111/jdv.17712

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