Demenz Ernährung beeinflusst Risiko eher nicht

Autor: Annette Kanis

Menschen, die sich in den 1990er-Jahren bereits an heute geltende Ernährungsempfehlungen gehalten hatten, zeigten kein vermindertes Risiko, eine Demenz jeglicher Ursache, eine Alzheimerkrankheit oder eine vaskuläre Demenz zu entwickeln. Menschen, die sich in den 1990er-Jahren bereits an heute geltende Ernährungsempfehlungen gehalten hatten, zeigten kein vermindertes Risiko, eine Demenz jeglicher Ursache, eine Alzheimerkrankheit oder eine vaskuläre Demenz zu entwickeln. © Gabriele Rohde – stock.adobe.com

Das Risiko für eine Demenzerkrankung lässt sich nicht signifikant senken, wenn man aktuellen Ernährungsempfehlungen oder einer modifizierten Version der „Mittelmeer-Diät“ folgt. So lautet das Ergebnis einer schwedischen Langzeitstudie.

Ob konventionelle Ernährungsempfehlungen oder mediterrane Kost: Das Risiko, eine Demenz zu entwickeln, lässt sich durch Essgewohnheiten offenbar nicht signifikant senken. Das berichten schwedische Forscher um Dr. Isabelle Glans von der Universität Lund.

Das Team wertete die Daten von 28.025 Personen (61 % Frauen) mit einem Geburtsjahr zwischen 1923 und 1950 aus, die Anfang der 1990er-Jahre zu ihrer Ernährung befragt worden waren, unter anderem mithilfe eines Tagebuchs und eines einstündigen Interviews. Im Lauf der medianen Nachbeobachtungszeit von rund 20 Jahren wurde bei 6,9 % der Teilnehmenden eine demenzielle Erkrankung diagnostiziert.

Menschen, die sich in den 1990er-Jahren bereits an heute geltende Ernährungsempfehlungen gehalten hatten, zeigten kein vermindertes Risiko, eine Demenz jeglicher Ursache, eine Alzheimerkrankheit oder eine vaskuläre Demenz zu entwickeln. Auch das Einhalten einer „modifizierten“ Mittelmeerkost – angepasst an die verfügbaren Daten und nordische Essgewohnheiten – veränderte das Demenzrisiko nicht.

Die Analysen waren u.a. bereinigt um Faktoren wie Alter, Geschlecht und Bildungsniveau. Berücksichtigt wurden zudem Lebensstilvariablen wie Rauchen, Alkoholkonsum, Gewicht und körperliche Aktivität.

Quelle: Glans I et al. Neurology 2022; DOI: 10.1212/WNL.0000000000201336