Feinstaubsauger senkt den Blutdruck

Autor: Michael Brendler

Knopf an und frische Luft rein. Die Feinstaubfilter tun dem Blutdruck gut. © iStock.com/efenzi

Feinstaub ge­hört zu den Top Five der gefährlichsten gesundheitlichen Risikofaktoren. Grund genug, in den eigenen vier Wänden die Luft sauber zu halten. Im Seniorenheim funktioniert‘s schon mal.

Bei den Bewohnern eines Seniorenheims in der Innenstadt von Detroit ist die Atemluft ordentlich eingestaubt: Über die Landstraße 100 Meter entfernt brettern täglich 22 000 Fahrzeuge. Die Autobahn ist nur 700 m weiter und kommt in 24 Stunden sogar auf 133 000 Laster und PKW, dazu stehen noch mehrere große Industrieanlagen in der Umgebung.

Mehr als vier Millionen Todesfälle spricht die WHO jährlich allein den Luftpartikeln mit einem Durchmesser unter 2,5 Mikrometern (PM2,5) zu. Bereits kurze Feinstaub-Expositionen, berichten Dr. Masako Morishita von der Abteilung für Familienmedizin der Universität Michigan und Kollegen, würden das Risiko für kardio­vaskuläre Krankheiten erhöhen. Womöglich gilt deshalb auch umgekehrt, dass Pausen mit „sauberer Luft“ sich positiv auswirken, so ihre Vermutung.

Die Wissenschaftler stellten randomisiert Schwebstofffilter oder Attrappen in den Wohn- und Schlafzimmern von 40 Heimbewohnern des eingangs erwähnten Gebäudes auf. Über jeweils drei Tage wurde so die Luft gesäubert oder auf einen Placebo-Effekt kontrolliert. Primärer Studienendpunkt war die Veränderung des Blutdrucks der im Durschnitt 67-Jährigen innerhalb der Testphasen – der Versuch wurde innerhalb von zwei Jahren mehrmals wiederholt.

Selbst nach dieser kurzen Zeit senkte die gefilterte Luft den systolischen Blutdruck im Schnitt schon um 3,2 mmHg. Mit den Geräten ließ sich in dem Heim die durchschnittliche PM2,5-Exposition der Senioren von 15,5 µg/m³ auf bis zu 7,4 µg/m³ reduzieren. Langfristig aufrechterhalten, könnten auch solche moderaten Erfolge laut epidemio­logischen Berechnungen zu einem 16%igen Rückgang kardiovaskulärer Ereignisse führen, erinnern die Kollegen.

Quelle: Morishita M et al. JAMA Intern Med. 2018; 178: 1350-1357