Geben Sie mir Tiernamen! Simpler Test deckt minimale Enzephalopathie auf

Autor: Dr. Anna-Lena Krause

Hund, Katze, Maus - Diese Tiere alleine reichen nicht aus. © fotolia/grafikplusfoto

Die minimale hepatische Enzephalopathie ließ sich bisher nur durch aufwendige psychometrische Untersuchungen detektieren. Einfacher geht es mit dem Animal-Naming-Test.

Die Diagnose einer frühen hepatischen Enzephalopathie ist extrem relevant, betonte Professor Dr. Christian Trautwein von der Klinik für Gastroenterologie, Stoffwechselerkrankungen und Internistische Intensivmedizin an der Uniklinik RWTH Aachen. Denn sie gilt als Indikator für eine schlechte Prognose und kann die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen.

Um kognitive Störungen aufzuspüren, die bereits in frühen Stadien der hepatischen Enzephalopathie (HE) auftreten, ist der Animal-Naming-Test eine schnelle und einfache Methode. Innerhalb von 60 Sekunden sollen Patienten dabei so viele verschiedene Tiere wie möglich nennen. „Wenn Sie nur ‚Hund, Katze, Pferd und Kuh‘ können, ist das eher ungünstig“, verriet Prof. Trautwein.

In einer Studie mit 327 Zirrhosepatienten erprobten Kollegen den Test hinsichtlich seiner diagnostischen Anwendbarkeit und validierten ihn anschließend in einer gesunden Kontrollkohorte. Mit einer kritischen Schwelle von 15 Tiernamen entpuppte sich der Test als akkurates Verfahren, um kognitiv unbeeinträchtigte Patienten von denen mit minimaler HE zu unterscheiden.

Ein Drei-Ebenen-Score (0 für ≥ 15 Tiere, 1 für 10–14 Tiere und 2 für ≤ 9 Tiere) korrelierte sehr gut mit dem psychometrischen Scrore und dem EEG-Befund. Zudem war es möglich, das Ein-Jahres-Risiko für die Entwicklung einer HE abzuschätzen.