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Helfen Kamille, Salbei und Thymian bei Mukositis?

Autor: Friederike Klein

Wenn Kräuter bei Mukositis, dann am besten Kamille. Wenn Kräuter bei Mukositis, dann am besten Kamille. © dashtik – stock.adobe.com
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Bis zu 90 % der Krebspatienten nutzen die komplementäre und alternative Medizin. Ob heimische Pflanzen bei Mukositis helfen, ist schwer zu beurteilen.

Die deutsche S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patienten nennt als Naturheilprodukte bei radiogener Mukositis Aloe vera, Kamille und Manuka- oder Kanuka-Öl. Eine Empfehlung spricht die Leitlinie mangels Evidenz allerdings in keinem Fall aus.

Judith Büntzel von der Universitätsklinik Göttingen wollte wissen, ob die genannten Pflanzen der heutigen Studienlandschaft entsprechen und auch von der traditionellen europäischen Medizin (TEM) empfohlen werden. Eine Recherche ergab 33 Studien, in denen eine der TEM bekannten Heilpflanzen kontrolliert auf ihre Wirkung untersucht wurde.

Ratgeber empfehlen viel, was nicht untersucht ist

Die beste Studienlage fand sich für Kamille und Ingwer. Eine Überprüfung von 14 heimischen Ratgeberbüchern ergab aber Diskrepanzen zwischen Pflanzen, die in Studien untersucht wurden, und denen, die empfohlen werden. Die Ratgeberliteratur nannte 78 Pflanzen, die bei Mund- und Rachenentzündung wirksam sein sollen. Nur zu etwa 15 % der genannten Pflanzen gab es Studien.

Am Ende beschränkte sich die Evidenz auf die Kamille (acht Studien) sowie Salbei und Thymian (je eine Studie). Für die Wirksamkeit der Kamille ergab sich damit zumindest eine gewisse Evidenz, so die Referentin. Alle Studien hatten einen signifikanten Effekt gegenüber der Kontrolle nachweisen können. 

Quelle: DGHO*-Jahrestagung 2019

* Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie

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