Hormone besser als Pflaster geben

Autor: Dr. Judith Lorenz

Transdermal verabreichte Östrogene und Gestagene erhöhen das Thromboembolierisiko nicht. © Fotolia/RFBSIP

Frauen, die aufgrund klimakterischer Beschwerden mit Hormonen behandelt werden, nehmen unter Umständen ein erhebliches Thromboembolierisiko in Kauf. Allerdings nur, wenn sie die Hormone in Tablettenform einnehmen.

Das Risiko für thromboembolische Ereignisse unter einer perimenopausalen Hormontherapie scheint von der Darreichungsform der Östrogene und Gestagene abzuhängen, schreiben Dr. Yana Vinogradova von der Universität Nottingham und ihre Kollegen: Während bei oraler Einnahme die Erkrankungswahrscheinlichkeit um 58 % steigt, erleiden Anwenderinnen transdermaler Präparate – unabhängig vom Behandlungsregime – nicht häufiger eine Thrombose oder eine Embolie als Nichtanwenderinnen.

Zu diesem Schluss kommen die Forscher nach Auswertung der Daten von 80 396 peri- und postmenopausalen Patientinnen, die während eines Zeitfensters von 20 Jahren erstmals eine Venenthrombose oder Embolie erlitten hatten.

7,2 % dieser Frauen und 5,5 % der insgesamt 391 494 Kontrollen hatten in den 90 Tagen vor dem Indexdatum Hormonpräparate angewendet – in der überwiegenden Zahl der Fälle in Tablettenform. Entsprechend den gültigen Leitlinienempfehlungen, so das Fazit der Autoren, sollten insbesondere Patientinnen mit erhöhter Thromboseneigung eine perimenopausale Hormontherapie nicht in Tablettenform, sondern als transdermale Formulierung erhalten. Diese sei die sicherste Verabreichungsart.

Quelle: Vinogradova Y et al. BMJ 2019; 364: k4810