Initiative „Mein Atem, mein Weg“ bewegt Menschen mit COPD

Medizin und Markt Autor: Pressemitteilung – Berlin-Chemie AG/Menarini Group

1.770 Menschen nehmen an bundesweiten Patientenwandertagen teil. © iStock.com/idealistock

Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf die Lebensqualität und die Prognose von Patienten aus, die an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) leiden. Deshalb ist es das Ziel der bundesweiten Initiative „Mein Atem, mein Weg“, Menschen mit COPD zu mehr Bewegung zu motivieren.

An den Wandertagen gingen die Teilnehmer gemeinsam spazieren und wurden dabei von ärztlichem Fachpersonal begleitet. „Die meisten Patienten sind überrascht über die Verbesserung der Atmung, der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität, die sie über den Lungensport und die pneumologische Rehabilitation erfahren. Das motiviert die Patienten, weiter zu machen“, freuten sich die Schirmherrinnen Dr. Brigitte Kühl und Dr. Karin Taube aus Hamburg. Seit 2016 gehören die Wandertage zum jährlichen Veranstaltungsprogramm der BERLIN-CHEMIE AG. Dieses Jahr fanden sie in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, Mannheim und Nürnberg statt.

In Deutschland sind bis zu 7 % der 45- bis 64-jährigen Frauen und bis zu 12 % der Männer in dieser Altersgruppe von der Volkskrankheit COPD betroffen.1 Husten und Auswurf umfassen die häufigsten respiratorischen Symptome,2,3 wobei die Belastungsdyspnoe eines der beschwerlichsten Symptome darstellt.4 Eine Reduktion der Lungenüberblähung und die damit erreichte Minderung der Symptomlast bilden die Voraussetzung für mehr körperliche Aktivität und wirken der Dekonditionierung entgegen.4 Die neue COPD-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) empfiehlt, Trainingseinheiten abhängig vom Schweregrad der Erkrankung zu gestalten.3 Mit der Bewegungsinitiative „Mein Atem, mein Weg“ hat sich die BERLIN-CHEMIE AG zum Ziel gesetzt, COPD-Patienten je nach Leistungsniveau bei der körperlichen Aktivität zu unterstützen und sie dabei zu motivieren, regelmäßig aktiv zu sein.

Das Erfolgskonzept von „Mein Atem, mein Weg“

Bei „Mein Atem, mein Weg“ können die Teilnehmer, abhängig von ihrem Leistungsniveau, eine von insgesamt drei Strecken wählen – ein, drei oder fünf Kilometer. Die Wege sind selbst für Patienten mit Sauerstoffgerät oder Rollator gut zu bewältigen. Ortsansässige Pneumologen, Allgemeinmediziner und Physiotherapeuten begleiten die Teilnehmer auf den Strecken. An den Zwischenstationen zeigen Physiotherapeuten einfache Übungen aus dem Lungensport und geben wertvolle Tipps zum Vorgehen bei Atemnot. „Die Übungen sind verständlich erklärt und erleichtern spürbar die Atmung“, erläuterte ein Rentner. Vor und nach der Wanderung können sich die Teilnehmer in verschiedenen Themenzelten über COPD, deren Begleiterscheinungen, Rauchstopp, Ernährung und Lungensport informieren. „Der Patientenwandertag hat mir sehr gut gefallen. Ich bin die Strecke in meinem eigenen Tempo gelaufen und eine Physiotherapeutin aus unserer Gruppe hat immer mal wieder gefragt, ob ich noch gut Luft bekomme. Ich habe mich sehr gut betreut gefühlt und freue mich schon auf den nächsten Wandertag“, berichtete eine Teilnehmerin.

Bereits 1.770 Menschen bewegt

Seit 2016 fanden bereits zehn Patientenwandertage in der gesamten Bundesrepublik statt, die insgesamt 1.770 Menschen mit COPD und ihre Begleitpersonen bewegt haben. Seit dem ersten Projekt begleiten PD Dr. Matthias Krüll und Dr. Thomas Schultz die Wandertage in Berlin als Schirmherren. Auch dieses Jahr waren beide am 16. Juni in Berlin dabei. „Wir freuen uns jedes Mal zu sehen, wie viel Lebensenergie die Menschen an den gemeinsamen Spaziergängen tanken“, berichteten Dr. Krüll und Dr. Schultz. Der Wandertag in Düsseldorf, am 23. Juni 2018, wurde von den Lungenfachärzten Sebastian Böing, Dr. Charles Lange und Dr. Johannes Uerscheln unterstützt. Die Schirmherren erzählten: „Wir sind froh, dass wir die Bewegungsinitiative ‚Mein Atem, mein Weg‘ zum zweiten Mal in Düsseldorf begleiten durften. Das große Interesse zeigt, wie wichtig solche Initiativen sind.“ Schon das zweite Jahr in Folge übernahmen Dr. Falk Brunner, Dr. Christian Geßner und Prof. Gerhard Hoheisel die Schirmherrschaft in Leipzig (1. September). „Bewegung ist wichtig für die Therapie“, erklärten die Schirmherren und ergänzten: „Jeder sollte sich so viel bewegen, wie er kann und auch mal ermutigen lassen, sich noch ein wenig mehr zu bewegen.“ Erstmalig fanden die Wandertage auch in Mannheim (30. Juni 2018), Nürnberg (21. Juli 2018) und Hamburg (8. September 2018) statt. Prof. Felix Herth, Schirmherr in Mannheim, erläuterte: „Die Patientenwandertage sind eine herausragende Gelegenheit für Menschen mit COPD, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gemeinsam wieder Freude an der Bewegung zu verspüren.“ Dr. Sabine Lampert und Dr. Joachim Zerbst, Schirmherrin und Schirmherr in Nürnberg, schilderten: „Wir hoffen, dass wir die Patienten nicht nur heute bei ‚Mein Atem, mein Weg‘ bewegt haben, sondern dass sie auch zu Hause etwas mehr Bewegung in den Alltag integrieren.“

Einen Rückblick, sowie weitere Informationen rund um die Bewegungsinitiative „Mein Atem, mein Weg“ der BERLIN-CHEMIE AG finden Interessierte auf der Website www.mein-atem-mein-weg.de. Auch werden dort kommende Veranstaltungen bekannt gegeben. COPD- und Asthma- Patienten, sowie deren Begleitpersonen sind herzlich eingeladen, sich anzumelden. Unter www.lungensport.org/lungensport-register.html und www.atemwegsliga.de/copd.html lassen sich weitere Informationen zu Bewegungsangeboten und Lungensportgruppen einsehen. Zudem nahm das „Disease Management Programm COPD“ erstmalig in seiner aktuellen Fassung ein mindestens einmal wöchentliches, körperliches Training auf.5 Bei COPD kann Physiotherapie unabhängig vom Schweregrad über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Erleidet der Patient akute Exazerbationen und weist eine FEV1 unter 35 % vom Soll auf, wird Physiotherapie auch als langfristiger Heilmittelbedarf anerkannt.6

Referenzen
[1] Steppuhn H et al. 12-Monats-Prävalenz der bekannten chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) in Deutschland. Journal of Health Monitoring 2017, 2(3): 46–54.
[2] Global strategy for the diagnosis, management and prevention of COPD, Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease (GOLD) 2018. Online erhältlich unter: goldcopd.org.
[3] Vogelmeier CF et al. Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD). Pneumologie 2018, 72: 253–308.
[4] Thomas et al. No room to breath: the importance of lung hyperinflation in COPD. Prim Care Respir J 2013, 22(1): 101–11.
[5] Disease Management Programm COPD 2018.
[6] Kassenärztliche Bundesvereinigung. Dtsch Arztebl 2016, 113(50): A2340–6.