Karotisdarstellung in Ampelfarben bringt Patienten eher dazu, an sich zu arbeiten

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Aufgezeigt im Ampelsystem wurde das mögliche kardiovaskuläre Risiko für die Patienten deutlicher und regte häufiger zu Veränderungen an. © Veniamin Kraskov – stock.adobe.com

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Das dachten sich Kollegen und versuchten über eine Ampelfarben-Kodierung ihren Patienten die Untersuchungsergebnisse der Karotis-Sonographie näherzubringen.

Gerade bei asymptomatischen Patienten mit kardiovaskulärem Risiko ist ein ärztlicher Rat, z.B. das Rauchen aufzugeben oder sich mehr zu bewegen, schnell wieder vergessen. Professor Dr. Ulf Näslund vom Heart Centre an Department of Public Health and Clinical Medicine und seine Kollegen von der Universität im schwedischen Umeå zeigen, wie Sie zu diesen Risiko-Patienten durchdringen könnten.

Sie haben die Ergebnisse des Karotis-Ultraschalls vor der Nachbesprechung für die Patienten in ein Bildformat umgewandelt: Ein Pfeil markiert auf einer Skala das vom System errechnete Gefäßalter und darunter sehen die Patienten ihre Befunde als schematische Darstellung der Karotis mit farblich markierten Bereichen:

  • rot: atherosklerotische Areale
  • gelb: Regionen mit mäßiger Plaque-Bildung
  • grün: gesunde Gefäßabschnitte

In einer randomisierten kontrollierten Studie untersuchten die Wissenschaftler die Effektivität der schematischen Präsentation bei 3532 Testpersonen und deren Ärzten. Die ausgewählten Patienten waren entweder 40 Jahre alt und hatten einen Verwandten ersten Grades mit kardiovaskulärem Tod vor dem 60. Lebensjahr, 50 Jahre alt mit mindestens einem Risikofaktor oder 60 Jahre alt. Die eine Hälfte der Patienten hatte nach der Carotis-Sonographie nur das übliche Gespräch, bei den anderen bekam der behandelnde Arzt den grafisch aufgearbeiteten Befund zur Verfügung gestellt.

Die Visualisierung verfehlte ihre Wirkung nicht, wie die Auswertung nach zwölf Monaten zeigte. Während sich das kardiovaskuläre Risiko in der Interventionsgruppe durch Veränderungen z.B. bezüglich Cholesterinwert, Gewicht, Blutdruck oder Rauchen verringert hatte, war es in der Kontrollgruppe sogar leicht angestiegen.

Quelle: Näslund U et al. Lancet 2019; 393: 133-142