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Katechine aus grünem Tee wirken bei Krebs nicht wie erhofft

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Für grünen Tee fanden die Forscher keine belastbaren Hinweise auf einen allgemeinen krebspräventiven Effekt beim Menschen. Für grünen Tee fanden die Forscher keine belastbaren Hinweise auf einen allgemeinen krebspräventiven Effekt beim Menschen. © iStock/taa22
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Immer wieder wird diskutiert, ob Grüner Tee das Krebsrisiko senken kann. Doch während ein positiver Effekt des Grüntees bisher nicht nachgewiesen ist, warnen Wissenschaftler wegen möglicher unerwünschter Effekte des Getränks zur Vorsicht.

Die in der Teepflanze Camellia sinensis enthaltenen Katechin-Polyphenole wirken antioxidativ, fangen freie Radikale ab und können so vor Zellschäden und möglicherweise vor der Bildung von Krebszellen schützen, so die Ergebnisse von Laborstudien. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse der Cochrane Collaboration findet allerdings zumindest für grünen Tee keine belastbaren Hinweise auf einen allgemeinen krebspräventiven Effekt beim Menschen.

Ausgewertet hatten Dr. Tommaso Filippini, Epidemiologe an der Universität Modena, und Kollegen 142 epidemiologische, randomisiert-kontrollierte und Beobachtungsstudien mit über 1,1 Millionen überwiegend asiatischen Teilnehmern. Die meisten Arbeiten hatten eine durchschnittliche bis hohe methodische Qualität. Das galt vor allem für die elf randomisierten, placebokontrollierten Studien mit insgesamt 1795 Teilnehmern. Drei dieser Arbeiten ergaben einen statistisch gesicherten Schutzeffekt durch Grüntee beim Prostatakarzinom.

Bei anderen Tumoren, zum Beispiel Hautkrebs, zeigten sich keine Unterschiede im Vergleich zu Placebo. Bei gynäkologischen Karzinomen wurde sogar eine leichte Zunahme der Krebsfälle in der Grünteegruppe errechnet.

Geringere Inzidenz, aber gleiche Sterblichkeit

In den epidemiologischen und beobachtenden Studien waren die Ergebnisse ebenfalls uneinheitlich. Der Vergleich höchste gegenüber niedrigster konsumierter Dosis ergab für die Hochdosiskonsumenten eine niedrigere Inzidenz von Neuerkrankungen. Bei den Todesfällen zeigten sich hingegen keine Gruppenunterschiede.

Quelle: Filippini T et al. Cochrane Database Syst Rev 2020; 3: CD005004; DOI: 10.1002/14651858.CD005004.pub3

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