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Klasse-I-Antiarrhythmika wirken bei Adipositas kaum

Autor: Dr. Alexandra Bischoff

Adipöse ticken anders, das muss bei der Behandlung des Vorhofflimmerns beachtet werden. Adipöse ticken anders, das muss bei der Behandlung des Vorhofflimmerns beachtet werden. © Creativa Images – stock.adobe.com
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Ob dick oder dünn ist offenbar überhaupt nicht egal, wenn es um die medikamentöse Therapie bei Vorhofflimmern geht. Natriumkanalblocker scheinen nämlich bei übergewichtigen Patienten an Wirksamkeit einzubüßen.

Adipositas gilt als klarer Risikofaktor für Vorhofflimmern, wobei Wissenschaftler weiterhin nach dem zugrunde liegenden Mechanismus suchen. Es gibt allerdings aus Studien mit Tierversuchen Hinweise darauf, dass die Expression des kardialen Natriumkanals Nav1.5 verändert wird.

Falls dem so ist, müssten Natriumkanalblocker (Klasse I Antiarrhythmika) bei Adipösen anders wirken als Kaliumkanalblocker (Klasse III), vermuten Wissenschaftler der University of Illinois at Chicago um Aylin­ Ornelas-Loredo­. Ihre Hypothese konnten sie in einer Studie mit insgesamt 311 neu eingestellten Patienten mit Vorhofflimmern – die Hälfte davon adipös – bestätigen.

Während es bei 30 % der Übergewichtigen unter Natriumkanalblockern erneut zu Arrhythmien kam, war dies nur bei 6 % der Normalgewichtigen der Fall. Nahmen die Patienten Kaliumkanalblocker ein, ließ sich der Effekt hingegen nicht beob­achten.

Das Risiko für schwere Komplikationen senken

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und mit einer erhöhten Mortalität verbunden. Durch ein verbessertes Krankheitsmanagement würde sich nicht nur die Lebensqualität der betroffenen Patienten verbessern, sondern auch das Risiko für schwere Komplikationen wie Schlaganfälle reduziert werden, betont das Expertenteam aus Chicago.

1. Ornelas-Loredo A et al. JAMA Cardiol 2019; DOI: 10.1001/jamacardio.2019.4513
2. Pressemitteilung University of Illinois at Chicago


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