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Kognitiver Abbau durch Entzündung auf der Intensivstation?

Autor: Maria Fett

Nicht selten leidet auch das Gedächtnis unter dem Krankenhausaufenthalt. Nicht selten leidet auch das Gedächtnis unter dem Krankenhausaufenthalt. © iStock/Hispanolistic
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Noch Monate nach ihrer Entlassung weisen Intensivpatienten erhöhte Konzentrationen des Entzündungsproteins HMGB1 im Blut auf. Forscher glauben, damit einen Link zu den häufig beobachteten kognitiven Defiziten entdeckt zu haben.

Eigentlich sollen Patienten auf einer Intensivstation gesund werden. Das Post Intensive Care Syndrome zeigt jedoch, dass ein substanzieller Anteil der dort Behandelten das Krankenhaus mit erheblichen kognitiven Einbußen verlässt, z.B. bei Gedächtnis, Aufmerksamkeit und der Prozessverarbeitungsgeschwindigkeit.

Bisher war unklar, woher die Defizite stammen. Eine Erklärung liefern jetzt Wissenschaftler des schwedischen Karolinska Instituts. Sie hatten Blutproben von 100 ehemaligen Intensivpatienten untersucht. Sowohl bei Entlassung als auch drei sowie sechs Monate später war die Konzentration des proinflamma­torischen Proteins HMGB1 erhöht. Dies stütze die These, dass die Betroffenen unter einer langwierigen Entzündung unklarer Genese leiden.

Hohe HMGB1-Level standen direkt mit Aufmerksamkeitsdefiziten der Untersuchten in Verbindung. Die genauen Gründe dafür blieben unklar. Allerdings könnten die Erkenntnisse zur Entwicklung einer medikamentösen Therapie des Syndroms beitragen.

Quelle: Pressemitteilung – Karolinska Institut

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