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Lidrandmassage hilft bei trockenem Auge

Autor: Maria Fett

Am besten bei trockenen Augen helfen die Lidrandmassage oder Augentropfen. Am besten bei trockenen Augen helfen die Lidrandmassage oder Augentropfen. © iStock/herraez
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Lichtscheue, Augenrötung, Jucken und Brennen der Augen sind nicht notwendigerweise Grund für eine Überweisung zum Facharzt. Gegen trockene Augen helfen oft schon einfache Maßnahmen wie die Lidrandmassage.

Einen feuchten, warmen Waschlappen auf die Augen drücken und die Lidränder dabei sanft massieren. Morgens und abends, etwa für drei Minuten. Besser noch sind fünf Minuten. So lässt sich bei trockenem Auge die Durchblutung und damit die Funktion der Meibomdrüsen anregen, jener Talgdrüsen des Lidrands, die die fetthaltige Schutzschicht des Tränenfilms produzieren. Auch störende und wenig ansehnliche Krusten bekommt man mit feuchtwarmen Kompressen oder dem Waschlappen weg.

Definitiv abraten sollte man Patienten von Teebeuteln. Diese verschlimmern die Probleme beim trockenen Auge nur, da sie die Bindehaut zusätzlich austrocknen können, beschrieb Professor Dr. Nicolas­ Feltgen­ von der Augenklinik der Universitätsmedizin Göttingen­.

Augentropfen mindestens fünfmal täglich anwenden

Lindert die Lidrandmassage die Beschwerden nicht ausreichend, helfen konservierungsmittelfreie Augentropfen mit Polyvinylalkohol, Polyvidon, Zellulosederivaten, Hyaluronsäure und Carbomer nach. Wichtig aus Sicht des Referenten ist dabei die konsequente Anwendung: mindestens fünfmal täglich, über viele Wochen bis Monate.

Er allerdings ist von der Lidrandmassage überzeugt, „der Maßnahme gegen trockene Augen schlechthin“. Zumindest führt sie in den 90 % der Fälle zu sehr guten Erfolgen, in denen den Beschwerden eine hyperevaporative Benetzungsstörung zugrunde liegt, also eine Dysfunk­tion der Meibomdrüsen. Der dadurch reduzierte Tränenfilm fällt zusätzlich einer erhöhten Verdunstung zum Opfer, typischerweise verursacht durch Klimaanlagen, Luftschadstoffe, Zigarettenrauch oder die ununterbrochen laufende Heizung im Winter. Bei der Diagnostik steht man vor dem Problem, dass die subjektiven Beschwerden der Patienten meist viel stärker ausgeprägt sind als der klinische Befund, erklärte Prof. ­Feltgen. Eine Diagnose ist daher nicht immer einfach zu stellen.

Bessern sich die Symptome unter den empfohlenen Maßnahmen nicht, ist eine Überweisung zum Facharzt ratsam. Dieser prüft die Tränenproduktion mittels verschiedener Verfahren. Beim Schirmer-Test etwa setzt er kleine Filterpapierstreifen zwischen Unterlid und Bindehaut und misst, welche Strecke des Papiers über fünf Minuten hinweg von der Tränenflüssigkeit durchtränkt wird.

Wie stark die Augen benetzt sind, ermitteln die Ophthalmologen anhand der Tränenfilmaufrisszeit, dem Break-Up-Time-Test. Dafür tropfen sie etwas Fluo­reszein in den Bindehautsack und ermitteln mit der Spaltlampe, wie viel Zeit zwischen dem letzten Lidschlag und dem Aufreißen des eingefärbten Tränenfilms vergeht.

Quelle: 14. Allgemeinmedizin-Update-Seminar*

*Online-Veranstaltung

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