Low-Dose-CT: Hürden & Chancen Lungenkrebsscreening: Warum so wenige teilnehmen

Autor: Annette Kanis

Obwohl ein Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT bei Hochrisikopatientinnen und -patienten die Mortalität reduziert, ist die Teilnahmebereitschaft oft gering. Obwohl ein Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT bei Hochrisikopatientinnen und -patienten die Mortalität reduziert, ist die Teilnahmebereitschaft oft gering. © Nim9ty Pics - stock.adobe.com (generiert mit KI)

Trotz bewiesenem Nutzen des Low-Dose-CT-Screenings bleibt die Teilnahme gering. Angst, Wissenslücken und organisatorische Hürden bestimmen, wer sich testen lässt – und wer nicht.

Obwohl ein Lungenkrebsscreening mittels Low-Dose-CT bei Hochrisikopatientinnen und -patienten die Mortalität reduziert, ist die Teilnahmebereitschaft oft gering. So liegt diese beispielsweise in den USA bei 16 % und in England zwischen 20 und 50 %. Doch welche Faktoren blockieren den Weg ins Screening – und welche ebnen ihn?

Eine Forschergruppe um Maira Salman vom Imperial College London analysierte 72 englischsprachige Studien aus den Jahren 2001 bis 2024 zu psychologischen, sozialen und organisatorischen Einflüssen auf die Teilnahme zu einem ersten Screening-Termin. Die meisten Arbeiten stammten aus den USA (n = 45), gefolgt von Untersuchungen aus dem Vereinigten Königreich (n = 8).

Die Auswertung zeigte, dass emotional bedingte Hürden dominierten. So wurde in 22 Studien als Hemmfaktor die Angst vor einer Krebsdiagnose genannt, oft gepaart mit Fatalismus. In 13 Studien waren es Bedenken vor der Vorsorgeuntersuchung selbst – Furcht vor der Strahlenbelastung oder Falsch-positiv-Befunden. Mangelnde Kenntnisse zum Nutzen und Ablauf einer Low-Dose-CT fanden sich in 24 Studien. Wie aus acht Studien hervorging, wussten viele Betroffene nicht, dass auch symptomfreie Personen ein hohes Risiko tragen können. Falsche Annahmen – etwa dass eine unauffällige Röntgenaufnahme Krebs ausschließe – verstärkten das Zögern zusätzlich.
Finanzielle Belastungen wurden in 28 Studien als Barriere identifiziert, insbesondere in

Untersuchungen aus den USA. Unannehmlichkeiten wie lange Anfahrten, Arbeitsausfall oder unflexible Terminzeiten waren in 24 Studien ein hinderlicher Faktor.

Doch welche Aspekte erhöhen die Chance für eine Teilnahme am Screening? Wenn Ärztinnen oder Ärzte das Screening empfahlen, wirkte dies als stärkster Motivator, wie 26 Arbeiten zeigten. Dicht gefolgt vom wahrgenommenen persönlichen Nutzen der Vorsorge (25 Studien). Unterstützung aus dem persönlichen Umfeld und positive Erfahrungen im Gesundheitssystem steigerten die Bereitschaft zusätzlich.

Helfen könnte, emotionale und organisatorische Hürden gezielt abzubauen. Dazu sollte man die Primärversorgung miteinbinden und versuchen, Ängste vor der Diagnose aufzufangen, Fatalismus zu reduzieren und die Zugänglichkeit für Termine zu verbessern, schreiben die Autorinnen und Autoren in ihrem Fazit. So ließe sich das präventive Potenzial der Low-Dose-CT optimaler nutzen. Angesichts dessen, dass Lungenkrebs die weltweit häufigste krebsbedingte Todesursache ist und bei Dreiviertel der Patientinnen und Patienten erst im Spätstadium der Erkrankung diagnostiziert wird, wären dies wichtige Schritte.

Quelle: Salman M et al. BMJ Open Respir Res 2025; 12: e003127; doi: 10.1136/bmjresp-2024-003127