Männchen verkraften die Grippe besser

Autor: Dr. Susanne Gallus

Von wegen Männergrippe! Eigentlich sind es die Frauen, die mehr leiden. © fotolia/VadimGuzhva

Eine Influenza ist beim Mann womöglich weniger schlimm als bei der Frau. Mausversuche belegen: Weibchen brauchten wesentlich länger, um wieder frei schnaufen zu können.

Eine US-amerikanische Studie gibt Mann beim Thema Grippe Anlass zur Beruhigung. Im Versuch hatten die Kollegen Mäuse und menschliches Gewebe mit dem Influenza-A-Virus H1N1 infiziert und auf geschlechtsspezifische Unterschiede untersucht. Trotz ähnlicher Keimlast und etwa gleicher Viren-Eliminationszeiten war beim Mäuserich der Krankheitsverlauf milder und er erholte sich wesentlich schneller als sein weibliches Pendant.

Amphiregulin unterstützt die Reparatur von Lungengewebe

Grund dafür war die nachweislich vermehrte Ausschüttung von Amphiregulin. Dieses zur Familie der Wachstumshormone gehörende Protein spielt nicht nur bei der Entwicklung der weiblichen Brust eine Rolle, es kurbelt auch die Regeneration im geschädigten Lungengewebe an, die Resilienz steigt. Erhöhte Amphiregulinkonzentrationen wurden auch in menschlichen Gewebeproben nach der Infektion gemessen.

Außerdem fanden die Wissenschaftler eine höhere männliche Toleranz gegenüber der Infektionskrankheit. Testosteron schien eine zusätzliche positive Wirkung zu haben. Die Ergebnisse könnten eventuell dazu beitragen, neue Medikamente zu entwickeln, die die Amphiregulinproduktion fördern – besonders bei Frauen.

Quelle: Vermillion MS et al. Biol Sex Differ 2018; online first