Mikrobiom erholt sich nach Antibiotikagabe fast komplett

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Auch nach sechs Monaten vermissten die Forscher noch neun häufige Bakterienarten in der Darmflora. © fotolia/Alex

Antibiotika stören bekannterweise die Darmflora. Wie es mit der anschließenden Regeneration aussieht, wurde jetzt an gesunden Freiwilligen getestet.

Wissenschaftler untersuchten sechs Monate lang, wie die menschliche Darmflora auf eine viertägige Antibio­tikatherapie reagiert. Zwölf gesunde junge Männer nahmen einen „Cocktail“ aus Meropenem, Gentamicin und Vancomycin ein.

Die Reserveantibiotika haben den Darm keineswegs sterilisiert. Vielmehr ebneten sie den Weg für bisher sogar unbekannte Mikroorganismen. Anfangs tauchten außerdem vermehrt Pathogene auf, schreiben die Autoren. Dies erkläre, warum Antibiotika häufig gastrointestinale Störungen verursachen.

Anderthalb Monate nach der Antibiose hatte sich die Darmflora der Probanden weitgehend erholt. Aber die Forscher vermissten auch nach sechs Monaten noch neun häufige Arten. Dazu fanden sie in den vorhandenen Bakterien vermehrt Resis­tenzgene. Eine Korrelation zwischen Rekolonisierungszeit und Genanzahl gab es nicht. Die Resistenzen spielen wahrscheinlich eher langfristig eine Rolle, heißt es in einer begleitenden Pressemitteilung.

Quelle: Palleja A et al. Nat Microbiol 2018; 3: 1255-1265