Multiresistente Keime: Mehr als 4 % der Infektionen enden tödlich

Autor: Dr. Susanne Gallus

Am häufigsten fängt man sich die Keime im Krankenhaus ein. © sdecoret – stock.adobe.com

Die Prävalenz nosokomialer Infektionen mag rückläufig sein, dennoch bleibt ihre Zahl hoch. Von den jährlich zirka 54 500 Infektionen mit multiresistenten Keimen enden in Deutschland mehr als 4 % tödlich.

Die Infektionslast durch resistente Keime ist in Europa etwa so groß wie die von Influenza, Tuberkulose und HIV-Infektion zusammen, gab Professor Dr. Petra Gastmeier vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Charité Universitätsmedizin Berlin zu bedenken. In etwa zwei Drittel der Fälle handelt es sich um nosokomiale Infektionen. Vor allem resistente E. coli, Staph. aureus und Klebsiella pneumoniae machen den Klinikkollegen zu schaffen.

Laut einer europäischen Punktprävalenzstudie rangiert Deutschland mit etwas mehr als 54 000 Infektionen durch multiresistente Erreger pro Jahr im unteren Drittel, Italien und Griechenland führen das Ranking an. Basis der Erhebung waren die Daten von 2016–2017 aus 1275 Krankenhäusern bzw. von 325 737 Patienten.

Hierzulande endeten die nosokomialen Infektionen in 2363 Fällen tödlich. Weltweit fallen ihnen rund 33 000 Menschen zum Opfer. Umgerechnet entspricht das ungefähr der Passagierzahl von 100 mittelgroßen Flugzeugen, betonte die Expertin.

Quelle: 7. Infektiologie-Update-Seminar