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Nebennierenadenom NFAT sind mit mehr Frakturen assoziiert

Autor: Wiebke Gaaz

Eine retrospektive Studie zeigt ein erhöhtes Frakturrisiko bei jungen Männern mit NFAT. Eine retrospektive Studie zeigt ein erhöhtes Frakturrisiko bei jungen Männern mit NFAT. © filins – stock.adobe.com
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Nicht endokrin aktive Adenome der Nebenniere waren in einer schwedischen Kohortenstudie mit mehr Frakturen assoziiert. Eine Patient:innengruppe scheint dabei besonders gefährdet zu sein.  

Inzidentalome sind normalerweise nicht hormonell aktiv, dennoch erhöhen sie womöglich das Frakturrisiko, insbesondere bei Männern unter 50 Jahren. Das zeigte ein Team um Dr. Jonatan Lindh am Karolinska Institut Stockholm. In die retrospektive Kohortenstudie schlossen die Forschenden 20.390 schwedische Patienten und Patientinnen mit NFAT (ohne MACS* oder malignen Tumoren in der Vorgeschichte) und eine knapp 125.400 Personen zählende Kontrollgruppe ein.

NFAT erhöht Frakturrisiko deutlich

Demnach traten Frakturen zum Diagnosezeitpunkt mit 21,1 % vs. 16,2 % bei Erkrankten häufiger auf als in der Kontrollgruppe. Das galt auch für die Inzidenz neuer Ereignisse während der Nachbeobachtungszeit von median 4,9 Jahren (15,3 % vs. 12,8 %). Dabei war die Assoziation mit Wirbelbrüchen und Hüftfrakturen bei Männern unter 50 Jahren mit NFAT besonders ausgeprägt (adjustierte HR 3,00 bzw. 3,76). Zudem traten in dieser Gruppe häufiger Fragilitätsfrakturen auf (aHR 2,1). Bei jüngeren Frauen zeigte sich dieser Zusammenhang hingegen nicht. Nach einer Adrenalektomie glichen die Frakturinzidenzen denen der Kontrollgruppe. 

Als Grund für die beobachteten Tendenzen vermuten die Forschenden einen leichten Glukokortikoid-Überschuss. Obwohl NFAT hormonell inaktiv seien, könnte sich dies mit der Zeit ändern und das Frakturrisiko erhöhen. Das mache NFAT letztlich nicht so nicht-funktional wie ursprünglich angenommen. Zudem wurden möglicherweise einige Fälle von MACS in die Studie eingeschlossen. Die Beobachtung, dass das Frakturrisiko nach Adrenalektomie zurückging, deutet ebenfalls auf einen Einfluss des Cortisolspiegels hin.

* Mild autonomous cortisol secretion

Quelle:
Lindh J et al. JAMA Network Open 2024;7:e246453; DOI:10.1001/jamanetworkopen.2024.6453