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Karotisstenose Nicht jedem Patienten gleich an den Hals gehen

Autor: Friederike Klein

Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose haben ein höheres kardiovaskuläres Risiko. (Agenturfoto) Patienten mit asymptomatischer Karotisstenose haben ein höheres kardiovaskuläres Risiko. (Agenturfoto) © VILevi – stock.adobe.com
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Bleibt die Karotisstenose asymptomatisch muss nicht invasiv vorgegangen werden. Das ischämische Schlaganfallrisiko ist bei diesen Patienten das geringere Problem.

Bei einer asymptomatischen Karotisstenose scheint ein Stent der Operation ebenbürtig. Ob man allerdings überhaupt regelhaft eine asymptomatische Karotisstenose invasiv versorgen muss, stellte Professor Dr. Martin Grond von der Klinik für Neurologie der Kreisklinik Siegen ausdrücklich infrage. 

Im Gegensatz zur symptomatischen Karotisstenose ist bei der asymptomatischen Form das Schlaganfallrisiko nur gering erhöht, so Prof. Grond. Es liege bei ca 1 % pro Jahr und die Intervention reduziere es in etwa auf die Hälfte. „Das ist eine minimale Reduktion“. Für Patienten mit Vorhofflimmern oder symptomatischer Karotisstenose liegt das Schlaganfallrisiko seinen Ausführungen nach bei 12 % pro Jahr. Das bedeutet, es handelt sich um eine ganz andere Risikogruppe und eine intensive, aggressive Therapie ist für sie sicher gerechtfertigt. Bei asymptomatischer Karotisstenose müsse das aber hinterfragt werden. 

Therapie auf kardiovaskuläre Ereignisse ausrichten

Viel größer als das ischämische Schlaganfallrisiko ist für diese Patienten das Risiko für ein kardiovaskuläres Ereignis. Deshalb plädierte er dafür, diese Patienten als kardiovaskuläre Risikopatienten zu verstehen. Eine darauf ausgerichtete Therapie sei sinnvoller, als dem Patienten „an die Karotis zu gehen“.

Kongressbericht: DGN Kongress 2021

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