Orale Antikoagulation im akuten Schub absetzen?

Frage von Dr. Behrouz Eghbal,
Facharzt für Innere Krankheiten,
Neuss:

Ein 67-jähriger, adipöser Patient mit Hypertonie leidet an einer derzeit in Remission befindlichen Colitis ulcerosa. Vor einigen Wochen entwickelte er eine absolute Arrhythmie mit transitorisch-ischämischen Attacken und Fazialisparese. Wegen im Schädel-CT nachgewiesener multipler kleinerer Infarkte wurde der Patient auf ein Kumarin-Derivat eingestellt. Was mache ich mit der Antikoagulation, wenn es zu einem Schub der Colitis ulcerosa kommen sollte?

Antwort von Prof. Dr. Peter Frühmorgen,
Medizinische Klinik I,
Klinikum Ludwigsburg:

Bei absoluter Arrhythmie und multiplen zerebralen Ischämien ist ätiologisch eine embolische Genese wahrscheinlich. Als ergänzende Diagnostik wäre eine Echokardiographie (Vorhofgröße, Herzthromben) indiziert. Floride Entzündungen, wie die Colitis ulcerosa, führen außerdem zu einer Aktivierung des Gerinnungssystems. Aktuelle Literatur und damit gesicherte Daten zu diesem Problem gibt es kaum bzw. nur kasuistisch.

Wenn vor einigen Jahren die Frage einer Antikoagulation bei florider Colitis ulcerosa noch weitgehend negativ beantwortet wurde, so kann dies heute nicht mehr uneingeschränkt gelten. Solange die...

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