Parodontitis erhöht das Risiko für Hypertonie

Autor: Dr. Judith Lorenz

Gesundes Zahnfleisch scheint wichtig zur Vermeidung von Hypertonie zu sein. © batuhan toker – stock.adobe.com

Regelmäßiges Zähneputzen schützt nicht nur vor Karies. Gesundes Zahnfleisch spielt offenbar auch eine Rolle in der Vermeidung von Bluthochdruck.

Die umgangssprachlich oft als „Parodontose“ bezeichnete chronische Zahnbettentzündung entsteht durch einen bakteriellen Biofilm am Zahnfleischrand, erklären die Zahnmedizinerin Eva Muñoz Aguilera und Kollegen des University College London. Schon länger wird angenommen, dass die Immunreaktion auf diese Dysbiose kardiovaskuläre Komplikationen begünstigt. Ob Personen mit Parodontitis im Vergleich zu Zahngesunden generell ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck besitzen, wollte das Londoner Team nun mit einer systematischen Analyse von 40 Studien herausfinden.

Tatsächlich zeigte sich, dass Probanden mit mäßiger bis schwerer chronischer Zahnbettentzündung im Vergleich ein um 22 % erhöhtes Hypertonierisiko aufwiesen. In schweren Fällen stieg die Wahrscheinlichkeit um 49 %.

Patienten über den Zusammenhang aufklären

Ob sich andererseits nach einer Zahnfleischbehandlung erhöhte Blutdruckwerte zurückbilden, lässt sich anhand der Daten nicht eindeutig beantworten, so die Autoren. Nur fünf von zwölf Interventionsstudien sprachen für einen solchen Effekt. Trotzdem sollten Hypertoniker explizit auf eine hohe Mundhygiene achten. Im Umkehrschluss sei es ebenso wichtig, dass Patienten mit Paradontitis auf ihr erhöhtes Risiko für Bluthochdruck hingewiesen werden. 

Quelle: Muñoz Aguilera E et al. Cardiovasc Res 2019; doi: doi.org/10.1093/cvr/cvz201