Perityphlitischen Abszess immer operieren

Autor: Dr. Barbara Kreutzkamp

Um den perityphlitischen Abszess langfristig erfolgreich zu behandeln, ist eine Operation unumgänglich. © wikimedia/Hellerhoff; iStock.com/Syldavia

Auch wenn der perityphlitische Abszess erfolgreich konservativ behandelt wurde, sollte möglichst bald appendektomiert werden – zumindest ab 40. Denn ab diesem Alter ist offenbar das Neoplasie-Risiko im ursprünglichen Entzündungsbereich erhöht.

Akute perityphlitische Abszesse werden in der Regel mit Antibiotika plus Drainage erstversorgt. Meist klingt das entzündliche Geschehen unter dieser konservativen Behandlung ab. Optional kann nach 2–3 Monaten intervall­appendektomiert werden. Dr. Jari Mällinen­, Department of Surgery im Oulu University Hospital, und seine Kollegen sind dafür, dieses Vorgehen zu favorisieren – vor allem bei Patienten über 40.

Ihre Entscheidung beruht auf der Beobachtung von 60 Erwachsenen mit per CT diagnostiziertem perityphlitischem Abszess. Nach erfolgreicher nicht-operativer Behandlung der Periappendizitis wurden die Patienten randomisiert entweder einer Intervallappendektomie oder der Beobachtung per MRT zugewiesen.

In weiteren Verlauf ihrer Studie, die zwischen 2013 und 2016 in fünf finnischen Krankenhäusern durchgeführt wurde, fanden die Chirurgen bei 10 der 60 Patienten während der geplanten Intervallappendektomie Neopla­sien – alle Betroffenen waren älter als 40 Jahre. Die Studie wurde in der Folge aufgrund ethischer Bedenken vorzeitig beendet.

Jeder fünfte Patient entwickelte eine Neoplasie

Zusammen mit zwei weiteren, nach Studienende diagnostizierten Neoplasien ergab sich eine Inzidenz von insgesamt 20 %. Bezogen auf die Risikogruppe der über 40-Jährigen (N = 41) lag die Rate bei 29 %. Zu Todesfällen kam es nicht, die Gesamtmorbiditätsrate der Intervallappendektomie lag bei 10 %.

Quelle: Mällinen J et al. JAMA Surg 2018; online first