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Rheuma: Alkohol in Maßen reguliert Immunreaktion

Autor: Tobias Stolzenberg

Der Alkohol setzt genau an der richtigen Stelle an, um weitere Krankheitsschübe zu minimieren. Der Alkohol setzt genau an der richtigen Stelle an, um weitere Krankheitsschübe zu minimieren. © PHILL THORNTON PHOTO – stock.adobe.com
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Alkohol, maßvoll genossen, könnte der Entstehung von Autoimmunkrankheiten entgegenwirken. Der zugrunde liegende Mechanismus konnte nun geklärt werden.

Wie ist es zu erklären, dass einige Patienten mit rheumatoider Arthritis, die regelmäßig zum Glas greifen, seltener Krankheitsschübe erleiden? Forscher der Uni Erlangen-Nürnberg haben einen möglichen Mechanismus entdeckt.

Demnach wirkt das Alkoholabbauprodukt Acetat modulierend auf follikuläre T-Helferzellen. Diese speziellen Immunzellen reagieren sehr empfindlich auf den Metaboliten und fahren in der Folge die Produktion des Botenstoffs IL-21 herunter. Autoreaktive B-Zellen, die maßgeblich an der Entstehung von Krankheiten wie rheumatoider Arthritis oder Multipler Sklerose beteiligt sind, werden dann nicht mehr aktiviert, die Produktion der Autoantikörper wird weitgehend verhindert.

Ethanol wirkt also nicht generell immunsupprimierend. Vielmehr setzt er an einer zen­tralen Schaltstelle des erworbenen Immunsystems an.

Quelle: Azizov V et al. Nat Comm 2020; 11: 1998; DOI: 10.1038/s41467-020-15855-z

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