Saubere Hände reinigen das Gewissen

Autor: mic

Schon Pontius Pilatus wusch seine Hände in Unschuld. Und Lady Macbeth versucht nach dem Mord an Lord Duncan, blutige Flecken von ihren Händen zu beseitigen, die nur in ihrer Vorstellung existierten. In vielen Religionen sind Glaube, eine reine Seele und ein sauberer Körper eng miteinander verknüpft. So waschen sich gläubige Moslems vor dem Gang in die Moschee und die christlichen Taufe soll jede Seele reinigen. Das reine Gewissen und die sauberen Körper - in mehreren Experimenten untersuchten Psychologen der University of Toronto und der Northwestern University aus Chicago dieses Phänomen, sie nennen es: den Macbeth-Effekt.

In einem Versuchen sollten die Teilnehmer zunächst an eine moralische oder unmoralische Tat denken. Danach füllten sie Lückentexte aus – sie hatten die Wahl zwischen reinigenden Worten wie Wanne oder Seife und beliebigen anderen, etwa Wonne oder Stufe. Und siehe da: Die Versuchspersonen mit den unmoralischen Geschichten wählten eher die reinigenden Worte, die Vertreter mit den einwandfreien Storys bevorzugten andere Bezeichnungen.

Dasselbe Ergebnis erhielten die Forscher bei mehreren ähnlichen Versuchen. Neben dem kognitiven Verhalten fragten sie auch die bevorzugten Handlungen ab. Wieder dieselbe Anordnung: 45 Testpersonen dachten an eine böse Tat aus der Vergangenheit, 22 durften danach...

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