Anzeige

Demenz Schlecht hören, schlecht denken

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Probleme mit dem Sprachverständnis in lauter Umgebung ohne eine periphere Hörminderung können auf eine beginnende Demenz hinweisen. Probleme mit dem Sprachverständnis in lauter Umgebung ohne eine periphere Hörminderung können auf eine beginnende Demenz hinweisen. © iStock/DimaBerkut
Anzeige

Beruhen Verständnisprobleme in lauter Umgebung nicht auf einer peripheren Hörminderung, so können sie ein Anzeichen für eine beginnende Demenz sein.

Der bei älteren Menschen beobachtete Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Demenzrisiko beruht wahrscheinlich v.a. auf einer Störung der zentralen Verarbeitung auditorischer Signale. Dafür sprechen die Ergebnisse einer prospektiven Kohortenstudie mit 280 betagten Teilnehmern. Neben der Reinton-Audiometrie wurden Verfahren eingesetzt, die den zerebralen Umgang mit konkurrierenden Sprachsignalen auf beiden Ohren erfassen. Schon leichte bis mittelschwere Veränderungen in diesen Tests erhöhten die Wahrscheinlichkeit für eine Demenz inklusive Morbus Alzheimer. Die Ergebnisse der Reinton-Audiometrie korrelierten dagegen nicht mit dem Auftreten schwerer kognitiver Einbußen. Diese Befunde erklären auch, warum viele Senioren über Probleme mit dem Sprachverständnis in lauter Umgebung klagen, obwohl sie keine periphere Hörminderung aufweisen.

Quelle: Mohammed A et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2021; DOI: 10.1001/jamaoto.2021.2716

Anzeige