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Kleinzelliges Lungenkarzinom Sogar für Erkrankte mit Hirnmetastasen

Medizin und Markt Autor: Dr. Miriam Sonnet

Grundlage bilden die Daten der CASPIAN-Studie, für die mittlerweile die Ergebnisse nach einem längeren Follow-up vorliegen. Grundlage bilden die Daten der CASPIAN-Studie, für die mittlerweile die Ergebnisse nach einem längeren Follow-up vorliegen. © iStock/mi-viri
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Durch die zusätzliche Gabe des PD-L1-Inhibitors Durvalumab leben mehr Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom im fortgeschrittenen Stadium länger als solche, die nur eine Chemotherapie erhalten. Und das auch noch nach drei Jahren, wie aktuelle Daten der CASPIAN-Studie belegen.

Das kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) im fortgeschrittenen Stadium (ED) gehört zu den Malignomen mit der ungünstigsten Prognose. Lange hat sich in Sachen Therapie kaum etwas getan, sagte Professor Dr. Christian Schulz vom Universitätsklinikum Regensburg. Erst 2019 kam die Immuntherapie ins Spiel. Im vergangenen Jahr wurde die Kombination aus Durvalumab (IMFINZI®), Etoposid und Carbo-/Cisplatin (EP) für die Erstlinien-Behandlung von Erwachsenen mit ED-SCLC zugelassen.

Therapie lässt sich ambulant durchführen

Grundlage bilden die Daten der CASPIAN-Studie, für die mittlerweile die Ergebnisse nach einem längeren Follow-up vorliegen: Nach drei Jahren waren noch 17,6 % vs. 5,8 % der Patienten unter Durvalumab/EP vs. alleiniger EP am Leben. Einen Vorteil sieht der Referent darin, dass die Kombination im ambulanten Setting gegeben werden kann. Außerdem könne man die Platin-Komponente – Cisplatin oder Carboplatin – frei wählen. Erfreulich sei zudem, dass auch Erkrankte mit Hirnmetastasen profitieren, so Prof. Schulz.

Das Sterberisiko verringerte sich für diese Subgruppe unter der zusätzlichen Checkpoint-Blockade um 31 %. Neue Hirnmetastasen beim ersten Krankheitsprogress entwickelten 11,6 % der Teilnehmer in der Durvalumabgruppe vs. 11,5 % in der Kontrolle, obwohl ca. 8 % der Patienten unter alleinigem EP eine prophylaktische Hirnbestrahlung erhalten hatten. Diese war im Prüfarm nicht erlaubt. Die Betroffenen hatten unter PD-L1-Antikörper/EP außerdem eine höhere Lebensqualität als unter der alleinigen Chemotherapie.

Prof. Schulz stellte den Fall einer 70-jährigen Patientin vor, die im Rahmen der CASPIAN-Studie in seiner Klinik behandelt worden war. Sie litt unter einem ED-SCLC und bekam vier Zyklen EP/Durvalumab und anschließend 49 Zyklen einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper. Vier Jahre später zeigte sie unverändert eine komplette Remission.

Anwendungsmöglichkeiten nah an Behandlungsrealität

Mit Durvalumab plus EP stehe damit eine Kombination zur Verfügung, die einen signifikanten Überlebensvorteil mit sich bringt. Der PD-L1-Inhibitor ermögliche eine breite Anwendung und orientiere sich nah an der Behandlungsrealität des ED-SCLC, resümierte Prof. Schulz. 

Quelle: Pressegespräch „3-Jahres-OS-Update der CASPIAN-Studie beim ED-SCLC. Langzeitbenefit durch Imfinzi setzt neue Maßstäbe“; Veranstalter: AstraZeneca

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