Starke Schwankung des Blutdrucks fördert koronare Plaques

Autor: Ulrike Koock

Kommt der Blutdruck ins Schwanken schlägt sich das auch negativ auf das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse nieder. © iStock/Syldavia

Nicht nur die Höhe des Blutdrucks ist entscheidend für das Auftreten kardiovaskulärer Ereignisse. Auch die Blutdruckvariabilität spielt eine Rolle. Denn sie beeinflusst das Plaquevolumen.

Eine hohe Blutdruckvariabilität zwischen mehreren Arztbesuchen ist ein negativer Prädiktor für schwere kardiovaskuläre Ereignisse, worunter in Studien meist Herzinfarkt, Schlaganfall, Tod etc. fallen. Als Grund dafür wurde u.a. ein Einfluss auf die Gefäßsteifigkeit vermutet. Jetzt fanden Forscher einen weiteren möglichen Mechanismus: die Progression koronarer Plaques.

Für ihre Analyse nutzten die Forscher Daten aus sieben Studien, in denen mittels intravaskulärem Ultraschall koronare Plaques bei Patienten mit stabiler KHK gemessen worden waren. Primär war in den Untersuchungen der Effekt von Medikamenten auf den atherosklerotischen Prozess bestimmt worden. Teilnehmer hatten sich aber mindestens vier Blutdruckmessungen unterzogen, was eine Post-hoc-Analyse von 3912 Patienten bezüglich der RR-Variabilität ermöglichte.

Insbesondere für die systolische Variabilität ergab sich ein signifikanter Zusammenhang: Je größer die Schwankungen, des­to höher das Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse. Auch die Progression der atheromatösen Plaques war mit den systolischen Schwankungen assoziiert. Ein Zusammenhang zwischen Atherom und Blutdruckvariabilität zeigte sich aber nur bei Patienten mit mittleren Werten unter 140/90 mmHg – also ausgerechnet bei den gut eingestellten Teilnehmern. Die Autoren schlussfolgern, dass für eine optimale Risikoreduktion ein stabiler Blutdruck wichtig sein könnte.

Quelle: Clark D et. al. JAMA Cardiol. 2019; online first