Anzeige

Tagesschwankungen der Vitamin-D-Konzentration bei der Blutentnahme berücksichtigen

Autor: Dr. Elke Ruchalla

Je nach Zeitpunkt der Probennahme schwanken die Werte teils deutlich. Das gilt es zu berücksichtigen. Je nach Zeitpunkt der Probennahme schwanken die Werte teils deutlich. Das gilt es zu berücksichtigen. © jarun011 – stock.adobe.com
Anzeige

Für Alltag und Forschung ist es essenziell, dass sich Laborwerte zwischen Individuen vergleichen lassen. Beim Vitamin-D-Spiegel scheint das nicht so eindeutig möglich zu sein wie gedacht – eine Probandin zeigte individuelle Tagesschwankungen von bis zu 20 %.

Vitamin D wird unter Einfluss von Sonnenlicht in der Haut gebildet – daher scheint die Annahme logisch, dass die im Serum gemessenen Konzentrationen tageszeitlich schwanken. Fachleute hielten das wegen der langen Halbwertszeit des gemessenen Metaboliten 25-Hydroxy-­Vitamin-D (25-OH-D) lange für irrelevant. Mit der heute häufigen, hoch dosierten Einnahme des Vitamins könnten sich die Verhältnisse aber ändern.

Das Team um Christine­ B. French von GrassrootsHealth in Encinitas untersuchte nun die Werte einer Probandin der GrassrootsHealth-Kohorte genauer. Die Mittvierzigerin nahm seit mehr als einem Jahr täglich 5000 IU Vitamin D, immer um die Mittagszeit. Sie stellte jeweils an zwei Tagen im Oktober sowie an zwei Tagen Ende November morgens, mittags und abends Kapillarblutproben zur Verfügung.

An den Tagen 1 und 2 entnahm sie die Mittagsproben etwa eine Stunde, nachdem sie das Supplement geschluckt hatte, an den Tagen 3 und 4 unmittelbar davor. Die 25-OH-D-Konzentration lag mittags im Mittel um 10–12 % höher als abends bzw. morgens. Ähnliches fand sich für die Tage 3 und 4. Insgesamt lagen die Mittagswerte durchschnittlich 13 % bzw. 20 % höher als die Werte abends bzw. morgens.

Begleitende Erkältung ging mit geringeren Werten einher

Außerdem gab die Teilnehmerin 24 Stunden nach der letzten Blutentnahme des dritten Tages Symptome einer Erkältung an. Und die Werte an diesem Tag lagen zu allen drei Entnahmezeiten um etwa 25 % niedriger als an den drei anderen Tagen, obwohl die Patientin das Supplement wie gewohnt geschluckt hatte.

Die Ergebnisse beruhen zwar nur auf Untersuchungen einer einzigen Person, räumen die Forscher ein. Dennoch sollten zukünftige Arbeiten zur Wirkung von Vitamin D den Zeitpunkt berücksichtigen, zu dem die zugrunde liegenden Proben entnommen wurden.

Quelle: French CB et al. J Med Case Rep 2019; 13: 29


Anzeige