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Tolerabler TSH-Anstieg: Hormonsubstitution kann Senioren schaden

Autor: Dr. Anja Braunwarth

Ärzte sollten zurückhaltender sein, wenn es um erhöhte TSH-Werte bei Älteren geht. Ärzte sollten zurückhaltender sein, wenn es um erhöhte TSH-Werte bei Älteren geht. © iStock/ayo888
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Das TSH ist erhöht: Da muss Levothyroxin her, selbst wenn das T4 noch passt! So wird oft in der Praxis verfahren. Für Ältere kann das tödlich enden.

Erhalten ältere Patienten mit leicht erhöhten TSH-Werten, aber normalem T4, Levothyroxin, steigt ihr Sterberisiko Jahr für Jahr um 60 %. So lautet das Ergebnis einer Studie an 1054 Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren, die zwischen 2003 und 2018 beobachtet wurden.

Noch fataler fiel die Analyse der Daten von Teilnehmern mit normalem TSH aus: Wer durch Substitution in den Normbereich gekommen war, wies eine etwa doppelt so hohe Mortalität auf wie Personen, bei denen der Wert ohne Zutun auf gesundem Niveau lag. Die Autoren befürworten daher ein zurückhaltendes Vorgehen bei isoliert erhöhtem TSH im Alter. Vor Therapiebeginn sollten die Spiegel erneut kontrolliert werden. Zudem steckt hinter einer TSH-Erhöhung bei Älteren nicht unbedingt eine subklinische Hypothyreose.

Quelle: Pressemitteilung – The Endocrine Society

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