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Medienkonsum TV im Bett lässt länger schlafen

Autor: Dr. Dorothea Ranft

Wenn schon die Flimmerkiste abends noch laufen muss, dann am besten im Bett. Wenn schon die Flimmerkiste abends noch laufen muss, dann am besten im Bett. © iStock/demaerre
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Immer wieder wird geargwöhnt, dass Medienkonsum vor dem Schlafen die Bettruhe stört. Doch in manchen Fällen ist sogar das Gegenteil der Fall, wie eine amerikanische Studie zeigt. Hauptsache, man sucht sich dafür den richtigen Ort aus und spielt nebenher nicht mit anderen Dingen herum.

Abendliches Fernsehen ist offenbar doch nicht so schlafschädigend wie vielfach angenommen. Zu diesem Ergebnis kam eine Schlafstudie, in der 58 Teilnehmer drei Tage lang ein Tagebuch zu ihrem Medienkonsum geführt hatten. Zu notieren war die Nutzungsdauer eher traditioneller Angebote wie Fernsehen, YouTube-Videos und Musikhören. Soziale Medien, die vornehmlich dem Kontakt mit anderen dienen, wurden nicht berücksichtigt, schreiben Prof. Dr. Morgan Ellithorpe von der Michigan State University in East Lansing und Koautoren. Zur objektiven Einschätzung der Nachtruhe trugen die im Mittel 26-jährigen Probanden einen mobilen EEG-Monitor. Dieser dokumentierte die gesamte Schlafzeit sowie die Anteile von Tiefschlaf- und REM-Phasen.

Bei der Auswertung ergab sich eine komplexe Assoziation. Generell war der Medienkonsum in der Stunde vor dem Einschlafen verbunden mit einem früheren Zubettgehen und einer damit verlängerten nächtlichen Ruhephase. Fand dieser Medienkonsum im Bett statt und verzichteten die Probanden darauf, sich im Sinne von Multitasking mit anderen Dingen zu beschäftigen, verlängerte sich die totale Schlafenszeit. Dieser positive Effekt wurde jedoch durch gleichzeitiges Multitasking geschmälert. Das Gleiche galt, wenn in der Stunde vor dem Schlafengehen außerhalb des Bettes ferngesehen wurde. Auch die Dauer der Nutzung spielte eine wichtige Rolle: Je länger der Proband Fernsehen und Ähnlichem frönte, desto kürzer war der Schlummer. Das Verhältnis von Tiefschlaf- und REM-Phasen wurde dagegen nicht beeinflusst.

Wer abends zwei Stunden fernsieht, verkürzte seinen Schlaf um 40 Minuten, rechnen die Wissenschaftler vor. Menschen, die auf den abendlichen TV-Genuss nicht verzichten wollen, sollten dies wenigstens vom Bett aus tun. Den Unterschied zu bisherigen Studien erklären sich die Autoren damit, dass sie die Schlafdauer mittels EEG objektiviert haben, statt sich auf subjektive Angaben des Patienten zu verlassen.

Quelle: Ellithorpe ME et al. J Sleep Res 2022; DOI: 10.1111/jsr.13551

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