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Herz-Kreislauf-Erkrankungen Update für den Lebensstil

Autor: Annette Kanis/Kathrin Strobel

Teil des Interventionsprogramms in der Studie waren kognitive Übungen, die die Teilnehmer am Computer absolvieren sollten. Teil des Interventionsprogramms in der Studie waren kognitive Übungen, die die Teilnehmer am Computer absolvieren sollten. © Rido – stock.adobe.com; iStock/supersizer
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Gehirntraining, Sport und eine gesunde Ernährung senken nicht nur das Demenz-Risiko. Eine multidimensionale Lebensstilmodifikation schützt auch vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Demenzprävention kann gelingen durch Lebensstiländerung auf verschiedenen Ebenen – darauf machte die skandinavische FINGER*-Studie aus dem Jahr 2015 aufmerksam. Eine ergänzende Auswertung unterstreicht positive Auswirkungen der Intervention auch für kardiovaskuläre Erkrankungen.

Eigentlich war die Studie dafür konzipiert, die Auswirkungen einer umfassenden Veränderung des Lebensstils auf die Entwicklung von Demenz zu untersuchen. Ernährungsumstellung, intensiver Sport, regelmäßiges Gehirntraining – auf diesen Pfeilern fußte der multidimensionale Ansatz zur Prävention kognitiver Einschränkungen. Jetzt untersuchte Dr. Jenni Lehtisalo von der University of Eastern Finnland mit ihrem Team die Daten unter dem Gesichtspunkt, welcher Effekt bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen auszumachen ist. Die Forscher wollten herausfinden, ob diese Intervention auch das Risiko verringert, neue kardiovaskuläre Ereignisse zu entwickeln. Sie zählten dazu koronare Ereignisse, Schlaganfälle und transitorische ischämische Attacken.

An der umfangreichen, randomisiert-kontrollierten Studie nahmen 1.259 Menschen im Alter von 60 bis 77 Jahren teil. Sie wurden zufällig aufgeteilt in zwei Gruppen. Die eine Gruppe stellte ihren Lebensstil um mit entsprechender Ernährung sowie körperlicher und kognitiver Aktivität (Interventionsgruppe). Die andere Hälfte der Teilnehmer erhielt nur eine allgemeine Gesundheitsberatung (Kontrollgruppe).

Vor allem für kardiovaskulär vorbelastete Patienten günstig

Die Daten zu kardiovaskulären Ereignissen wurden aus finnischen Gesundheitsregistern bezogen. In der Interventionsgruppe traten weniger kardiovaskuläre Erkrankungen auf als in der Kontrollgruppe (Hazard Ratio, HR, 0,8). Vor allem bei Patienten mit Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems kam es im Interventionsarm seltener zu schweren kardiovaskulären Erkrankungen und Schlaganfällen. Die Effekte waren stärker bei Patienten, die keine Antihypertensiva einnahmen.

Die Vorteile des in der Studie verfolgten Ansatzes scheinen über die Demenzprävention hinauszugehen, so die Autoren. Insbesondere kardiovaskulär vorbelastete Patienten könnten von einer Lebensstiländerung im Sinne der Sekundärprävention profitieren.

* Finnish Geriatric Intervention Study

Quelle: Lehtisalo J et al. European Heart Journal 2022; DOI: 10.1093/eurheartj/ehab922

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