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Adipositas und Diabetes Was am besten zur kardiovaskulären Prävention geeignet ist

Autor: Elke Engels

Welche Maßnahmen greifen zur Prävention schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes am besten? Welche Maßnahmen greifen zur Prävention schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes am besten? © iStock/Heike Faber
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Eine bariatrische Operation schützt Adipöse mit Typ-2-Diabetes vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Roux-Y-Magenbypass, Schlauchgastrektomie – oder besser doch die konservativen Methoden? Ein Team um Professor Dr. Ali Aminian von der Cleveland Clinic hat untersucht, welche dieser Maßnahmen zur Prävention schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei adipösen Patienten mit Typ-2-Diabetes am besten greifen.

Beim Roux-Y-Magenbypass wird der Magen in eine kleine Magentasche, den sogenannten Magenpouch, und den größeren Restmagen unterteilt, beschreiben die Wissenschaftler. Die kleinere Magentasche kann nur wenig Nahrung aufnehmen, sodass die dort sitzenden Rezeptoren dem Gehirn schnell eine Sättigung signalisieren. Der Dünndarm ist über eine hochgezogene Schlinge unter Ausschaltung des Zwölffingerdarms direkt mit dem Pouch verbunden.

Chirurgie verhindert kardiovaskuläre Ereignisse

Bei der Schlauchgastrektomie wird ein Großteil des Magens reseziert, sodass nur noch ein minimaler schlauchförmiger Rest entlang der kleinen Magenkurvatur bestehen bleibt. Der Pylorus ist erhalten, ebenso wie der gesamte Dünndarm. Die nicht-chirurgischen Methoden umfassen Lebensstilinterventionen mit Blick auf eine ausgewogene Ernährung und mehr Bewegung. Sie beinhalten zudem Verhaltenstherapien und eine entsprechende Medikation.

Für ihre Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von 13.490 adipösen Patienten mit Diabetes aus, die über fast 20 Jahre hinweg an der Cleveland Clinic behandelt worden waren. Davon hatten 1.362 einen Roux-Y-Magenbypass und 693 die Schlauchgastrektomie erhalten. 11.435 der Studienteilnehmer waren konservativ behandelt worden. Anhand der Patientendaten ermittelten die Wissenschaftler die Zeit bis zum Auftreten erster schwerer kardiovaskulärer Ereignisse (MACE), also Koronar- und zerebrovaskuläre Vorfälle, Herzinsuffizienz, Vorhofflimmern, Nephropathie und Tod.

Nach fünf Jahren zeigte sich, dass sowohl Roux-Y-Magenbypass als auch Schlauchgastrektomie der konventionellen Behandlung überlegen waren. Im Vergleich der beiden chirurgischen Verfahren untereinander konnte der Roux-Y-Magenbypass deutlich punkten: Mit diesem Verfahren lag das Risiko für MACE um 23 % niedriger als nach Schlauchgastrektomie, die Wahrscheinlichkeit für eine Nephropathie um 53 %.

Die Gewichtsabnahme fiel deutlicher aus, auch die Blutzuckerwerte waren stabiler. Da die Studie als eine der ersten überhaupt dieses Thema aufgreift, sollten die Ergebnisse zunächst vorsichtig bewertet werden, merken die Autoren an.

Quelle: Aminian A et al. Diabetes Care 2021; 44: 2552-2563; DOI: 10.2337/dc20-3023

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