Typ-2-Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen und Langzeitfolgen einhergeht, etwa kardiovaskulären und renalen Komplikationen. Pathophysiologisch besteht vor allem eine Kombination aus Insulinresistenz und fortschreitender Dysfunktion der Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, woraus ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel resultiert. Im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes werden beim Typ 2 keine Autoantikörper gebildet und es besteht nicht immer Insulinpflichtigkeit.
In Deutschland waren 2023 rund 10 % der erwachsenen Bevölkerung an Diabetes mellitus Typ 2 erkrankt. Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Prävalenz stark an. Immer häufiger sind jedoch auch jüngere Erwachsene und sogar Jugendliche betroffen.
Eine genetische Prädisposition bildet die Grundlage für die Entstehung des Typ‑2‑Diabetes. Entscheidende beitragende Faktoren, die eine Insulinresistenz fördern, sind Adipositas – insbesondere viszerale Adipositas – und Bewegungsmangel. Auch eine unausgewogene Ernährung mit einer zu geringen Aufnahme von Ballaststoffen und einem erhöhten Zucker‑ und Fettkonsum erhöht das Erkrankungsrisiko. Daher sind Lebensstiländerungen, v.a. eine kalorienbewusste Ernährung und ausreichend körperliche Aktivität, das wirksamste Mittel zur Prävention.
Bei jährlich rund 450.000 Neuerkrankungen ist die hausärztliche Praxis die zentrale Anlaufstelle für Prävention, Früherkennung und Langzeitversorgung. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes (2023) und ihre erste Ergänzung zur nicht-medikamentösen Therapie (2024) bilden den aktuellen Behandlungsstandard ab, weitere Ergänzungen sind in Vorbereitung.
Wie diagnostiziert man Typ-2-Diabetes?
Ein Typ-2-Diabetes verläuft häufig lange asymptomatisch oder nur wenig symptomatisch. Typische Frühmerkmale sind vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen (Polyurie), Müdigkeit, unerklärter Gewichtsverlust und verschwommenes Sehen. Auch das Auftreten diabetesassoziierter Erkrankungen kann ein Hinweis sein. Eine opportunistische Blutglukose- oder HbA1c-Bestimmung bei Risikopatientinnen und -patienten hilft, „stille“ Verläufe zu erkennen. Das gilt insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Hypertonie und Dyslipidämien. Ein erhöhtes Risiko haben auch Personen, bei denen bereits Typ-2-Diabetes in der Familie aufgetreten ist, sowie Frauen mit einem früheren Gestationsdiabetes.
Diagnostisches Vorgehen nach Nationaler VersorgungsLeitlinie
Wurde z. B. mittels Deutschem Diabetes-Risiko-Score (DRS) oder FINDRISK ein erhöhtes Diabetesrisiko erkannt, sollte anschließend eine Labortestung erfolgen. Zur Diagnosestellung von Typ-2-Diabetes sind zwei unabhängige pathologische Laborwerte aus venösem Plasma erforderlich: eine Nüchternplasmaglukose ≥ 126 mg/dl, ein HbA1c ≥ 6,5 % und/oder eine Gelegenheitsplasmaglukose ≥ 200 mg/dl. Bei der Nüchternglukose kann die Bestätigung durch eine wiederholte Messung erfolgen, während pathologische HbA1c‑ oder Gelegenheits‑Plasmaglukose‑Werte durch die Kombination mit einem der anderen Laborparameter abgesichert werden sollten.
Bei symptomatischen Personen entsteht bereits aus einem eindeutig pathologischen Wert weiterer Handlungsbedarf, sofern dieser im venösen Plasma bestimmt wurde. Liegen keine Symptome vor und sind die Laborparameter widersprüchlich, kann ein oraler Glukosetoleranztest (oGTT) erfolgen, ebenso bei Werten, die auf einen Prädiabetes hindeuten. Bei Verdacht auf sekundäre Diabetesformen oder atypischen Verläufen sollte frühzeitig eine fachärztliche Abklärung veranlasst werden.
Tabelle: Laborkriterien für Prädiabetes und Diabetes nach NVL 3.0
Parameter
Prädiabetes
Diabetes
Nüchtern-Plasmaglukose
100–125 mg/dl bzw. 5,6–6,9 mmol/l
≥ 126 mg/dl bzw. ≥ 7,0 mmol/l
Gelegenheits-Plasmaglukose
—
≥ 200 mg/dl bzw. ≥ 11,1 mmol/l
2-Stunden-Plasmaglukose im oGTT
140–199 mg/dl bzw. 7,8–11,0 mmol/l
≥ 200 mg/dl bzw. ≥ 11,1 mmol/l
HbA1c
5,7 bis < 6,5 % bzw. 39 bis < 48 mmol/mol
≥ 6,5 % bzw. ≥ 48 mmol/l
Differenzialdiagnostik
Bei atypischen klinischen Befunden – etwa sehr frühem Erkrankungsbeginn, rascher Stoffwechselentgleisung, ausgeprägtem Gewichtsverlust oder Hinweisen auf eine Ketose – sollte immer auch an andere Diabetesformen gedacht werden. Zur gezielten Differenzialdiagnostik zählt die Bestimmung von Autoantikörpern zum Ausschluss eines Typ‑1‑Diabetes bzw. LADA (Latent Autoimmune Diabetes in Adults), die C‑Peptid‑Messung zur Abschätzung der endogenen Insulinsekretion sowie die Prüfung möglicher sekundärer Ursachen wie Pankreaserkrankungen, endokrinen Störungen oder einer medikamenteninduzierten Hyperglykämie.
Liegt eine atypische Manifestation vor oder bleibt die Zuordnung unklar, ist eine fachärztlich‑diabetologische Mitbeurteilung empfehlenswert, um die Diabetesform sicher einzuordnen und eine geeignete Therapie einzuleiten.
Therapie des Typ-2-Diabetes
Die Behandlung des Typ‑2‑Diabetes gliedert sich grundsätzlich in nichtmedikamentöse Maßnahmen – vor allem Lebensstiländerungen und strukturierte Schulungen – sowie in eine medikamentöse Therapie mit oralen Antidiabetika oder der Gabe von Insulin. Medikamente werden nötig, wenn die Blutzuckerziele durch Lebensstiländerungen nicht erreicht werden.
Nichtmedikamentöse Behandlung des Typ-2-Diabetes
Die Behandlung des Typ‑2‑Diabetes beruht grundsätzlich auf gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten vereinbarten, individuellen Therapiezielen. Der Zielkorridor für den HbA1c bemisst sich beispielsweise daran, wie wichtig es den Betroffenen ist, ihre Selbstständigkeit zu erhalten oder Folgeschäden zu vermeiden. Die Ziele sollten regelmäßig überprüft und bei Bedarf an die jeweilige Lebenssituation, den Gesundheitszustand und die persönlichen Prioritäten der Betroffenen angepasst werden.
Im Zentrum der Behandlung steht die nichtmedikamentöse Basistherapie. Beginnen sollte man mit einem initialen Assessment von Ernährung, Bewegung, Suchtverhalten und psychosozialen Faktoren. Starke Evidenz besteht für ein Gewichtsmanagement bei Übergewicht mittels strukturierter Programme, für eine Ernährungstherapie (kalorienreduziert, ballaststoffreich und zuckerarm) sowie für mindestens 150 Minuten pro Woche Bewegung in Form von moderatem aeroben Training und aktiver Alltagsgestaltung. Gute Evidenz haben zudem eine Tabakentwöhnung und Patientenschulungen zum Selbstmanagement der Erkrankung. Für den Einsatz von DiGA besteht laut NVL bislang moderate Evidenz.
Wann müssen Betroffene Insulin spritzen oder orale Antidiabetika einnehmen?
Wenn nichtmedikamentöse Interventionen nicht ausreichen, um die festgelegten Behandlungsziele zu erreichen, greift die im Jahr 2021 eingeführte medikamentöse Stufentherapie: Die Basistherapie bildet Metformin, das in der Humanmedizin am längsten und häufigsten eingesetzte orale Antidiabetikum. Bei weiterhin unzureichender Blutzuckerkontrolle oder wenn ein hohes kardiovaskuläres bzw. renales Risiko besteht, werden bevorzugt SGLT2-Inhibitoren oder GLP1-Rezeptoragonisten hinzugefügt.
Wenn die Patientin oder der Patient unter oralen Antidiabetika und/oder GLP-1-Rezeptoragonisten nicht die angestrebte Stoffwechselkontrolle erreicht oder wenn eine ausgeprägte Hyperglykämie vorliegt, ist eine Insulintherapie indiziert. Man beginnt in den meisten Fällen mit einer alleinigen Therapie mit Basalinsulin. Dabei wird ein lang wirksames Insulin abends gespritzt, zusätzlich zur bestehenden Medikation. Reicht auch diese Behandlung langfristig nicht aus, sollte ein Umstieg auf die intensivierte konventionelle Therapie (ICT) erwogen werden. Diese kombiniert ein Basal- und ein Bolus-Insulin und ersetzt in der Regel die Therapie mit Metformin und anderen oralen Antidiabetika. Die ICT erfordert eine spezielle Schulung; empfohlen wird zudem eine umfangreiche Blutzuckerselbstkontrolle bzw. eine kontinuierliche Glukosemessung. Für ausgewählte Patientinnen und Patienten kommt auch mit Typ-2-Diabetes die sensorunterstützte Insulinpumpentherapie infrage, etwa wenn trotz optimierter ICT stark schwankende Blutzuckerverläufe vorliegen oder eine ausgeprägte Hypoglykämie‑Wahrnehmungsstörung besteht.
Langzeitmonitoring, Komorbiditäten und Folgeerkrankungen bei Typ-2-Diabetes
Menschen mit Diabetes sind im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung häufiger von arterieller Hypertonie, koronarer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, peripherer arterieller Verschlusskrankheit (PAVK), Schlaganfällen und nichtalkoholischer Fettlebererkrankung (MASLD) betroffen. Eine depressive Symptomatik bzw. klinische Depression tritt bei Menschen mit Typ-2-Diabetes ungefähr doppelt so häufig auf wie bei Personen ohne Diabetes. Auch für kognitive Einschränkungen bzw. Demenz sowie für Angststörungen besteht ein erhöhtes Risiko. Da sich die Erkrankung schleichend entwickelt, können diabetesspezifische Komplikationen und/oder kardiovaskuläre Begleiterkrankungen bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung vorliegen.
Zu den wichtigsten Langzeitkomplikationen einer schlechten Stoffwechseleinstellung gehören die diabetischen Neuropathien, das diabetische Fußsyndrom, die diabetische Nephropathie sowie die Retinopathie. Um das Risiko zu minimieren, sollten Patientinnen und Patienten mit Typ‑2‑Diabetes regelmäßig hinsichtlich Stoffwechsel‑, Herz‑Kreislauf‑ und Folgeschäden untersucht werden. Neben der Kontrolle der Blutzuckerwerte (HbA1c alle 3–6 Monate) umfasst das Monitoring auch eine Blutdruckmessung bei jedem Arztkontakt, jährliche Lipid‑ und Nierenfunktionskontrollen sowie die Überprüfung psychosozialer und kardiovaskulärer Risikofaktoren (Körpergewicht/BMI, Rauchstatus und Bewegungsverhalten).
Ein Screening auf diabetische Folgeerkrankungen sollte erstmals bei der Diagnose oder kurz danach erfolgen. Anschließend gelten die folgenden Untersuchungsintervalle:
Retinopathie (augenärztlich): risikoadaptiert alle ein bis zwei Jahre mit Funduskopie und ggf. optischer Kohärenztomographie (OCT)
Nephropathie: jährlich mittels Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) und geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR)
Neuropathie: jährlich durch Monofilamenttest, Stimmgabel und Anamnese
Diabetisches Fußsyndrom: alle 6–12 Monate mittels Fußinspektion und Pulsstatus, bei Vorliegen einer Neuropathie oder PAVK alle 3 Monate
Depressive Störungen und andere psychische Komorbiditäten: jährlich oder anlassbezogenNephropathie: jährlich mittels Urin-Albumin-Kreatinin-Ratio (UACR) und geschätzter glomerulärer Filtrationsrate (eGFR)
Abschätzung des kardiovaskulären Risikos: jährlich oder anlassbezogen
Häufige Fragen zu Typ-2-Diabetes (FAQ) – Was für Patientinnen und Patienten wichtig ist
Was ist Typ-2-Diabetes und wie unterscheiden sich Diabetes Typ 1 und Typ 2?
Diabetes mellitus Typ 2 ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei der die Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin reagieren. Anfangs versuchen die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse, die verminderte Empfindlichkeit des Körpers durch eine vermehrte Produktion von Insulin auszugleichen. Im weiteren Verlauf sind die Zellen jedoch überlastet und stellen zunehmend weniger Insulin bereit. Aus dieser Kombination von Insulinresistenz und abnehmender Insulinsekretion resultiert ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel, der langfristig Gefäße, Nerven, Augen, Nieren und das Herz schädigen kann.
Der Unterschied zu Typ-1-Diabetes besteht darin, dass beim Typ 1 das eigene Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen in der Bauchspeicheldrüse angreift und zerstört. Menschen mit Diabetes mellitus Typ 1 produzieren daher kein oder kaum noch eigenes Insulin und sind von Beginn an auf das Spritzen von Insulin angewiesen. Bei Typ-2-Diabetes sind zu Beginn meist noch eigene Insulinreserven vorhanden. Eine Insulintherapie kann jedoch auch beim Typ-2-Diabetes notwendig werden, wenn die Funktion der Betazellen zu stark nachlässt.
Was sind die Symptome und Warnzeichen für Typ-2-Diabetes?
Ein Typ-2-Diabetes entwickelt sich meist schleichend. Viele Betroffene merken deshalb anfangs nichts von ihrer Erkrankung. Typische Symptome entstehen, wenn der Blutzuckerspiegel über längere Zeit deutlich erhöht ist: vermehrter Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit oder Leistungsschwäche. Auch trockene Haut, Juckreiz und verschwommenes Sehen treten häufig auf, bei manchen Betroffenen auch ein ungewollter Gewichtsverlust. Häufige Infektionen (zum Beispiel der Haut, Harnwege oder Schleimhäute) und eine verzögerte Wundheilung können ebenfalls Warnzeichen für Typ-2-Diabetes sein.
Kann man Typ-2-Diabetes verhindern?
In vielen Fällen lässt sich ein Typ-2-Diabetes verzögern oder sogar verhindern, wenn ungünstige Lebensstilfaktoren rechtzeitig erkannt und verändert werden. Am wichtigsten ist es, regelmäßig körperlich aktiv zu sein, bei Übergewicht an Gewicht zu verlieren und sich ausgewogen zu ernähren – mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, aber wenig Zucker und verarbeiteten Fetten. Schon eine Gewichtsabnahme von 5–7 % und täglich 30 Minuten Bewegung senken deutlich das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Ebenfalls wichtig sind der Verzicht auf Nikotin, die Behandlung eines bestehenden Bluthochdrucks sowie regelmäßige ärztliche Vorsorgetermine, damit Stoffwechselveränderungen früh erkannt werden.
Wie kann man das Risiko für Diabetes-Folgeerkrankungen senken?
Zentral sind eine gute Stoffwechselkontrolle, Gewichtsreduktion, die Optimierung von Blutdruck und Blutfetten sowie der Verzicht auf Nikotin. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Augen, Nieren, Füße, Herz‑Kreislauf‑System) sollten fester Bestandteil der Diabetestherapie sein. Eine strukturierte Patientenschulung und die Einbindung weiterer Berufsgruppen (Diabetesberatung, Ernährungsberatung, Podologie) unterstützen die Prävention von mikro‑ und makrovaskulären Komplikationen.
Wie hoch darf der Blutzuckerwert bei Typ-2-Diabetes sein? Was ist ein guter HbA1c-Wert?
Es gibt keinen „Einheitswert“, der für alle Betroffenen gilt. Die Leitlinie von 2023 plädiert stattdessen für individuelle Therapieziele, die der Arzt / die Ärztin gemeinsam mit den Betroffenen vereinbart. Dabei gilt es etwa das Alter, Begleiterkrankungen und die Lebenssituation zu berücksichtigen. Abhängig von der Art der Behandlung kann auch das Risiko für Hypoglykämien (Unterzuckerungen) eine Rolle spielen.
Die US-amerikanische Diabetesgesellschaft ADA empfiehlt zur Orientierung die folgenden Richtwerte:
nüchtern bzw. vor den Mahlzeiten: 80–130 mg/dl (4,4–7,2 mmol/l)
ein bis zwei Stunden nach dem Essen: < 180 mg/dl (< 10,0 mmol/l)
Langzeitwert (HbA1c): < 7,0 % (< 53 mmol/mol)
Auch die ADA betont jedoch, dass je nach persönlicher Situation strengere oder etwas großzügigere Blutzuckerziele sinnvoll sein können. Generell gilt: Wichtiger als eine einzelne Zahl ist eine stabile Stoffwechseleinstellung ohne wiederholte Unterzuckerungen.
Was ist bei Typ-2-Diabetes verboten?
Mit Typ-2-Diabetes gibt es keine absoluten „Verbote“, aber bestimmte Verhaltensweisen und Lebensmittel können den Blutzucker und den Behandlungserfolg ungünstig beeinflussen, weshalb sie möglichst gemieden werden sollten:
zuckerhaltige Getränke wie Soft Drinks, Limonaden, gesüßte Eistees, Fruchtsäfte oder Energy‑Drinks – sie lassen den Blutzucker sehr schnell ansteigen
stark verarbeitete Fertigprodukte mit viel Zucker, Transfetten oder raffiniertem Weißmehl (z. B. süßes Gebäck, Snacks, Fast Food)
größere Mengen Alkohol, da er den Blutzucker erst ansteigen, später aber gefährlich absinken lassen kann und die Leber belastet
Zigarettenrauchen, weil es das Risiko für Herz-, Gefäß- und Nervenschäden zusätzlich deutlich erhöht
Bewegungsmangel – regelmäßige Aktivität ist ein zentraler Bestandteil der Diabetestherapie
Einzelne kleine Portionen Süßes oder gehaltvollere Speisen sind nicht grundsätzlich verboten, sollten aber in Maßen genossen werden und in einen ausgewogenen Speiseplan eingebettet sein. Entscheidend ist nicht der völlige Verzicht, sondern ein bewusster täglicher Umgang mit den Themen Ernährung, Bewegung und Lebensstil.
Ist Diabetes Typ 2 heilbar?
Ein Typ-2-Diabetes gilt im klassischen Sinn nicht als heilbar. Aber er kann häufig so gut beeinflusst werden, dass die Blutzuckerwerte über längere Zeit wieder in einem ähnlichen Bereich liegen wie bei Gesunden – auch ohne Medikamente. Entscheidend dafür sind vor allem Gewichtsreduktion, gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Studien zeigen, dass insbesondere bei Menschen mit noch kurzer Erkrankungsdauer eine Remission erreichbar ist (stabile HbA1c-Werte < 6,5 % ohne medikamentöse Therapie). Wird die Anpassung des Lebensstils jedoch nicht konsequent durchgehalten, können die Blutzuckerwerte wieder ansteigen. Auch in einer stabilen Phase bleiben regelmäßige ärztliche Kontrolltermine wichtig, um Rückfälle zu verhindern und Folgekrankheiten rechtzeitig zu erkennen.