Welche Faktoren schlagen Männern auf die Libido?

Autor: Michael Brendler

Ob Funktionsstörungen oder einfach keine Lust – es gibt verschiedene Gründe, weswegen es mit dem Sex im Alter weniger wird. © fotolia/Paolese

Rund 5 % der mittelalten deutschen Männer haben keine Lust auf Sex. Dabei spielen verschiedene soziale und körperliche Faktoren eine Rolle. Und natürlich die Tatsache, auch ganz gut „ohne“ leben zu können.

Anamnesegespräch, Fragebögen und eine kurze körperliche Untersuchung − rund 11 000 heterosexuelle kaukasische Bundesbürger im Alter von 45 Jahren hat die German-Male-Sex-Study auf diese Weise gründlich unter die Lupe genommen. 4,7 % von ihnen berichteten über eine geringe Libido. Überdurchschnittlich häufig waren darunter alleinlebende, arbeitslose sowie ledige Männer ohne Kinder zu finden.

Vermindertes Befürfnis bei Ejaculatio praecox

Ein vermindertes Bedürfnis nach Geschlechtsverkehr gaben auch jene an, die unter sexuellen Funktionsstörungen wie einer erektilen Dysfunktion oder Ejaculatio praecox litten. Genauso wie Sportmuffel, die maximal einmal pro Woche körperlich aktiv waren und Herren mit Bluthochdruck. Rauchen, viszerale Adipositas und Diabetes spielten hingegen keine Rolle. Weitere Faktoren, die eine signifikante Assoziation zu einer geringeren Libido zeigten: Kein Sex in den letzten drei Monaten und – wenig überraschend – die Angabe, auf Geschlechtsverkehr ohnehin ganz gut verzichten zu können.

Quelle: Goethe V et al. Urologe 2018; 57: 51